Anlegerbrief Oktober 2019

Börse aktuell: Ein Deal zum ersten, ein Deal zum zweiten, ...

Sehr geehrter Anleger,

Die Börse feiert mal wieder einen Trump-Deal. Oder ist es nur Erleichterung, weil die Krisenthemen zum Glück eher weniger statt mehr werden!?
Lesen Sie außerdem warum Warren Buffet Aktien aktuell als billig einschätzt und was Sie bei der Baufinanzierung wissen sollten.



Börse aktuell: Ein Deal zum ersten, ein Deal zum zweiten, ...

Trump durfte sich im Handelskonflikt mit China mal wieder profilieren und in seiner „great and unmatched wisdom“ ein paar „tolle“ Neuigkeiten aus den Verhandlungen mit den Chinesen verkünden. Konkret erklärte sich China dazu bereit, US-Agrarprodukte im Umfang von 40 bis 50 Milliarden Dollar pro Jahr aus den USA zu beziehen und den eigenen Markt stärker für internationale Finanzdienstleister zu öffnen. Wichtige Streitpunkte im Technologie- und Währungsbereich blieben ausgeklammert. Für den US-Präsidenten mag es der „Phase 1 Deal“ sein, im Grunde genommen haben die Gespräche jedoch keine handfesten Ergebnisse vorgebracht. Es bleibt das übliche Lippenbekenntnis mit fraglicher Halbwertszeit.

Abgesehen davon, dass China wegen der Schweinepest im eigenen Land vielleicht tatsächlich gerade Interesse an Zusatzimporten hat, scheint eine Verdreifachung der heutigen Importe aus den USA kurzfristig unrealistisch.
Die Europäer mögen mit Wohlwollen zur Kenntnis nehmen, dass zumindest einige der Zollerhöhungen gegenüber China, bei denen der US-Präsident schon fast im Wochenschritt immer weiter draufsattelt, teilweise gestundet werden. Denn auch in den zur Disposition stehenden Handelsbeziehungen zwischen USA und Europa nähert sich das Auslaufen einer Deadline für ein Moratorium neuer Zölle.

Trump liebt Zölle als Druckmittel, aber sie bringen nicht mal die USA selbst voran. Das US-Handelsbilanzdefizit hat sich sogar eher weiter vergrößert. Die Weltwirtschaft befindet sich laut Internationalen Währungsfonds (IWF) klar im Abschwung. In 90% aller Staaten hat sich das Wachstum gegenüber dem Vorjahr abgeschwächt. Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr mit 3% so schwach wachsen wie seit der Finanzkrise 2009 nicht mehr, schreibt der IWF im neuen Weltwirtschaftsausblick. In Deutschland befindet sich die Industrie sowieso schon in der Krise. Binnenkonsum, Bau und Dienstleistungen tragen das Wachstum alleine. Auch Kanzlerin Angela Merkel konstatiert: „Die konjunkturelle Entwicklung ist besorgniserregend“.

Doch die Börsianer sehen alles halb so wild. Schon kleine Erfolgsmeldungen scheinen auszureichen, die Börse zu erfreuen. Der heftige Kursrutsch von Anfang Oktober ist mehr als wettgemacht. Im deutschen Aktienindex DAX ist es nun bereits die sechste V-förmige Kurserholung in diesem Jahr. Die Wirtschaftssuppe mag mittlerweile voller Haare sein, aber Crash-Propheten haben keine Chance. Und die saisonal beste Zeit kommt ja erst noch.
Deshalb: Vergessen Sie Trump, vergessen Sie BREXIT (hier geht es ja anscheinend jetzt doch mal voran ;-), vergessen Sie die negativen Prognosen aus der Wirtschaft – bleiben Sie investiert! Es wird sich lohnen.

Aktien: Laut Warren Buffett so billig wie nie

Aktien: so billig wie nie

US-Investor Warren Buffett hat vor einiger Zeit im Interview mit dem TV-Sender CNBC gesagt, dass der Erwerb von Aktien derzeit zu „lächerlich günstigen“ Preisen möglich ist. Buffet, Gründer und Chef der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway, ist der Meinung, dass dieser Umstand, sofern die Zinssätze auf ihrem aktuell niedrigen Niveau verharren würden, noch anhalten könnte.
„Meiner Meinung nach sind Aktien gerade erstaunlich billig“, sagte Buffett in dem Interview. „Zurzeit sind die Inflationsraten sehr niedrig, während das Ziel der US-Notenbank bei rund zwei Prozent Inflation liegt. Geld kostet quasi nichts — die Notenbank kann davon drucken so viel sie möchte und gleichzeitig herrscht nahezu Vollbeschäftigung.“

Dass sich die niedrigen Zinssätze auf diesem Niveau dauerhaft halten werden, glaubt Buffett allerdings nicht. „Langfristig niedrige Zinssätze und Haushaltsdefizite, die sich über einen langen Zeitraum gesehen die Waage halten“, seien unwahrscheinlich. Besonders die Zinssätze müssten schon bald wieder steigen.

Die Einschätzung Buffets ist interessant vor dem Hintergrund, dass die amerikanischen Indizes nahe ihrer Höchststände sind. Andererseits hat er natürlich Recht, dass die Zinsen der ausschlaggebende Faktor sind für möglicherweise weiter steigende Kurse. Und da geht der Trend weiter klar nach unten.

Einschränkend muss man allerdings ergänzen, dass Buffet´s Aussage wohl in erster Linie für den US-Markt gilt. Die Unternehmen sind solide aufgestellt und profitieren noch von den Stimulanzen der US-Regierung. Europäische, respektive deutsche Unternehmen, bekommen zunehmend Probleme. Diesseits des Atlantiks haben sich die Wachstumszahlen nicht nur verlangsamt, sondern drohen sogar ins Negative abzurutschen. Und wer meint, dass DAX-Unternehmen billig sind, weil ihre Kurse gefallen sind, könnte sich getäuscht sehen. Speziell der deutsche Aktienindex ist dermaßen mit Krücken durchsetzt, dass man sich eigentlich nur die Finger verbrennen kann. Wer an Aktienanlage denkt, sollte das international tun.

Unsere Einschätzung:
Sinkende Zinsen sind ein Kurstreiber für Aktien. Eine Zinswende ist bis auf weiteres nicht in Sicht. Daher kann man zu Recht zuversichtlich sein für die Aktienanlage.
Um das Einzelaktienrisiko zu senken, investieren wir bei Dr. Lux & Präuner in unserem Anlagekonzept STARKE MARKEN – ganz im Sinne von Warren Buffet - in international aufgestellte Konzerne, die um ihr Geschäftsmodell einen Burggraben gezogen haben und so von wenig Konkurrenz und hohen Margen profitieren.

Immobilien: Baufinanzierung (Teil 1)

Immobilien: Baufinanzierung

Wer heute eine Immobilienfinanzierung mit 15-jähriger Zinsbindung abschließt, muss dafür nicht einmal 1% an Zinsen zahlen. Baugeld war nie so günstig wie heute. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag der Zins noch über 5%. In den Genuss der extrem niedrigen Zinsen kommen allerdings die wenigsten: Die Werbeangebote gelten für Menschen mit viel Eigenkapital und guter Bonität. Oft sind sie auf Grundlage von 50 bis 60 Prozent Beleihungswert der Immobilie berechnet - knapp die Hälfte müssten Käufer also als Kapital mitbringen. So viel Geld haben die wenigsten Hauskäufer auf der hohen Kante.

Wie Sie dennoch von den Niedrigzinsen profitieren, und was Sie bei der Immobilienfinanzierung beachten müssen:

(a) Wie teuer darf die Immobilie sein?
Einer Faustformel zufolge sollte die monatliche Rate für die Finanzierung maximal 35% des Nettohaushaltseinkommens betragen. Somit soll ein Puffer bis zur Grenze des Belastbaren bleiben und zugleich gesichert werden, dass die Finanzierung auch dann noch funktioniert, wenn ein Einkommen zeitweise ausfällt. Das gesamte Kaufbudget hängt nicht zuletzt am verfügbaren Eigenkapital und den Sollzinsen der Finanzierung. Rechner im Internet geben eine erste Orientierung, wie viel Geld Ihre Immobilie maximal kosten darf.

(b) Was muss ich beim Hausbau beachten?
Bei einem Kauf vom Bauträger wird zwar meist nach Bauabschnitten gezahlt und das Darlehen schrittweise abgerufen. Für die Summe des Darlehensbetrags, die noch nicht abgerufen wurde, stellt die Bank aber Bereitstellungszinsen in Rechnung. Hausbauer sollten deshalb unbedingt eine bereitstellungsfreie Zeit bei ihrem Kredit vereinbaren. In dieser Phase müssen dann keine Zinsen für die noch nicht abgerufene Summe bezahlt werden. Die meisten Anbieter räumen ihren Kunden zwischen drei und zwölf Monaten dafür ein. Wichtig ist bei Neubau zudem eine möglichst genaue Kostenplanung. Sollte das Budget gesprengt werden, droht im Zweifel eine teure zweite Finanzierung. Doch auch zu großzügig sollte nicht gerechnet werden: Banken berücksichtigen heute zwar oft einen kleinen Puffer von fünf bis zehn Prozent, die Sie unter der anvisierten Darlehenssumme bleiben können. Benötigen Sie aber noch weniger Geld, stellt Ihnen das finanzierende Institut eine Nichtabnahmeentschädigung in Rechnung.

(c) Lohnt es sich, jetzt die Niedrigzinsen zu sichern?
Die Ankündigung von EZB-Präsident Mario Draghi, im Zweifel die Geldpolitik weiter zu lockern, lassen kurz- bis mittelfristig zwar anhaltende Niedrigzinsen vermuten. Niemand aber weiß, wo sie in ein oder zwei Jahrzehnten stehen. Sich die niedrigen Zinsen heute für 15 Jahre oder länger zu sichern, macht daher durchaus Sinn. Interessenten sollten sich aber nicht zu einem vorschnellen Kauf verleiten lassen, denn selbst wenn die Zinsen in ein paar Monaten 0,25% höher liegen sollten, darf daran eine Finanzierung nicht scheitern. Bei einem Darlehen von 500.000 EUR entspräche dies einem Unterschied von 100 Euro in der Monatsrate. Wer sich den Unterschied nicht leisten kann, sollte sich lieber gar nicht erst auf das Abenteuer Immobilie einlassen.

Im nächsten Anlegerbrief folgt der zweite Teil mit einer Übersicht über die verschiedenen Darlehensformen in der Baufinanzierung.

STARKE MARKEN: Aktienportrait „EssilorLuxottica“

STARKE MARKEN: Aktienportrait „EssilorLuxottica“

EssilorLuxottica ist das weltweit größte augenoptische Unternehmen mit Hauptsitz am Südrand von Paris, das im Oktober 2018 aus der Fusion der Essilor International S.A. mit der Luxottica S.p.A. entstand. Die Vorläufer des Unternehmens sind jedoch bis in das Jahr 1848 zurückzuverfolgen. Die Aktien werden an der Pariser Börse als Teil des CAC40 gehandelt.

Das wichtigste Produkt des Unternehmens ist das Gleitsichtglas Varilux, das mittlerweile in vielen verschiedenen Ausprägungen vorhanden ist. Darüber hinaus werden auch organische und mineralische Silikat-Einstärkengläser unter verschiedenen Herstellermarken, mit Beschichtungen und Veredelungen zur Reflexminderung und mit strahlenabsorbierender Wirkung aus vorwiegend selbstentwickelten Materialien hergestellt.

EssilorLuxottica ist größter Brillenhersteller der Welt und wächst weiter. Aktienkurs und Gewinnerwartung sind aktuell auf Allzeithoch.
EssilorLuxottica beschäftigt weltweit ca. 130.000 Mitarbeiter, machte im letzten Jahr einen Umsatz von gut 11 Mrd. EUR und einen Gewinn von 1,3 Mrd.EUR. Der Börsenwert beträgt 58 Mrd .EUR. Das durchschnittliche Gewinnwachstum der letzten 20 Jahre betrug 14%. Gegenüber seiner Konkurrenz sticht Essilor mit einem hohen Nachhaltigkeitskoeffizienten (65 von 100) im Bereich Umwelt, Soziales und Governance hervor, was in der heutigen Zeit des Klimawandels zusätzlich positiv hervorzuheben wäre.

Aufgrund seiner hohen durchschnittlichen Eigenkapitalquote von über 50% besitzt EssilorLuxottica ein sehr gutes Kredit-Rating, welches das Unternehmen in die Lage versetzen würde, seine kompletten Schulden innerhalb von vier Jahren seinen Gläubigern zurückzuzahlen. In wirtschaftlich schlechten Zeiten ist das mit Sicherheit ein enormer Pluspunkt gegenüber Unternehmen, die ihre Schulden erst nach 20 Jahren zurückzahlen können und in einer starken Abhängigkeit gegenüber den Banken stehen.

EssilorLuxottica zahlt zurzeit eine Dividende von 2,04 EUR. Die aktuelle Dividendenrendite von 1,60% wirkt auf den ersten Blick nicht hoch, könnte man meinen. Aber EssilorLuxottica hat eine Dividendensteigerungsrate von über 12%. Für einen Langfristinvestor bedeutet das, dass man nach 10 Jahren schon eine Dividendenrendite von 6% und nach 20 Jahren von 19% erhalten würde. Zusätzlich betrug die durchschnittliche Wertsteigerung der Aktien 11% p.a. in den letzten Jahren.
Seit 1995 betrug die Wertsteigerung sogar über 2.800%! Das ist satte 1.000% besser als bei Fielmann, dem starken deutschen Konkurrenten von EssilorLuxottica und ein Highflyer im MDAX.

In unserem Anlagekonzept STARKE MARKEN sind wir in der Aktie investiert, auch wenn ein KGV von aktuell 28 nicht gerade niedrig ist. Aber wie schon Warren Buffet sagte: Nicht billig, aber ein herausragendes Unternehmen!

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