Anlegerbrief Juli 2019

Börse aktuell: Wochen der Wahrheit

Sehr geehrter Anleger,

die Börsen fiebern dem Monatsende entgegen, denn sie hoffen auf eine Zinssenkung in USA. Daumen halten!
Lesen Sie außerdem, warum „in die Ferne schweifen“ bei Aktien sehr wohl Sinn macht, und wie man bei Fondssparplänen die Kosten im Griff behält.



Börse aktuell: Wochen der Wahrheit

Die Hoffnung, die seit einigen Wochen an den Börsen herumgeistert, soll zum Monatsende nun endlich Gewissheit werden: die erste Zinssenkung der amerikanischen Notenbank FED seit über 10 Jahren. Nach der Finanzkrise in 2008 hat die US-Notenbank lange Zeit die Füße still gehalten. Erst Ende 2015 entschied sich die damalige Notenbankchefin Janet Yellen zu einer ersten Zinserhöhung, der mit einem Jahr Abstand weitere Anhebungen in Trippelschritten bis zur aktuellen Bandbreite von 2,25% - 2,50% folgten. Es war die Intention, das Zinsniveau zurück auf ein normaleres Level zu heben, um zukünftig wieder mehr Spielraum in der Geldpolitik zu haben, falls die momentan noch gute Wirtschaftsdynamik zu schwächeln anfängt.

Schaut man sich die Vorschusslorbeeren an, die der Aktienmarkt bereits verteilt hat, muss man davon ausgehen, dass die erwartete Zinssenkung bereits eingepreist ist: Alle US-Börsenindizes haben neue Allzeithochs erklommen. Ganz verwegen gingen die FED-Beobachter zeitweise sogar von einer Zinssenkung von 0,50% aus. Diese Erwartung hat jedoch mit den letzthin robusten Arbeitsmarktzahlen einen Dämpfer erhalten. 0,25% sind wohl eher realistisch. Weniger oder gar nichts dürfte zu Enttäuschung und deutlichen Kursrückschlägen führen. Vor der wohl verdienten Sommerpause wartet also Ende Juli noch ein wichtiges Börsen-Highlight auf uns.

Bei einem Zinsniveau von knapp über zwei Prozent in den USA mag jeder Zinsstimulus aus realwirtschaftlicher Sicht lächerlich wirken, aber oftmals zählt die Symbolkraft mehr als die tatsächliche Auswirkung auf die Wirtschaft, die zumindest in den USA noch auf vollen Touren läuft. Die FED hat es immerhin geschafft, sich wieder etwas Potential für Zinssenkungen aufzubauen.
Die europäische EZB ist davon meilenweit entfernt und die Fragezeichen nehmen zu, wie denn Christine Lagarde als designierte Nachfolgerin von EZB-Chef Draghi in der nächsten Wirtschaftskrise überhaupt noch reagieren kann. Abgesehen von der Unwägbarkeit, dass sich die EU-Staatschefs par ordre du mufti für eine Person auf dem EZB-Chefsessel entschieden haben, die als vormals geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) zwar erfahren auf der internationalen politischen Bühne ist, aber eben keine Ökonomin oder ausgewiesene Finanzexpertin, wie es ihre Vorgänger Duisenberg, Trichet und Draghi allesamt waren. Sie wird daher sehr viel stärker auf die Expertise ihres Teams im Hintergrund angewiesen sein, vielleicht aber auch ganz andere Akzente setzen. Frauen an den Schalthebeln der Macht liegen im Zeitgeist - Honi soi qui mal y pense ;-)

Die Nachfolge von Draghi wird auf alle Fälle kein leichter Job. Die Diskussion hält an, welche Pfeile die EZB noch in ihrem Köcher hat für den Fall der Fälle. Es scheint, dass bei einem Zinsniveau von aktuell Null sowie Negativzinsen für die Banken jede weitere „Lockerung“ der Geldpolitik eher einer Bestrafung gleichkommt. Und wem soll da geholfen werden, der sich in dem seit 10 Jahren währenden Nullzinsumfeld inzwischen nicht selbst helfen konnte?

Aktien: Nicht nur in Deutschland investieren

Aktien: Nicht nur in Deutschland investieren

Das typische Aktien-Depot eines deutschen Anlegers besteht häufig aus den üblichen Verdächtigen wie Siemens, Daimler, Allianz, VW, etc. Deutsche Anleger glauben an deutsche Firmen und investieren gerne im heimischen Markt. Man fühlt sich einfach näher dran und meint, die Firmen besser zu kennen.
Doch Deutschland ist natürlich nicht der Nabel der Welt – aus Aktiensicht schon gar nicht. Selbst der britische Aktienmarkt ist größer, geschweige denn die US-Börsen.
Wer sich deshalb auf einen nur kleinen Ausschnitt der Aktienwelt beschränkt, geht ungewollt ein Klumpenrisiko ein und verpasst viele attraktive Werte. Ein gut aufgebautes Aktiendepot sollte ein "Spiegel der globalen Wirtschaft" sein.
So analysieren wir bei Dr. Lux & Präuner für unser Anlagekonzept STARKE MARKEN regelmäßig europäische und nordamerikanische Aktien. Dabei stellen wir immer wieder fest, dass vor allem amerikanische Unternehmen häufig solider dastehen als vergleichbare deutsche oder europäische Titel. Wahre Cash-Cows gibt es da, die jedes Jahr enorme Gewinne einfahren. Solche Werte braucht man im Depot.

Aber klar: Wer international anlegt, muss natürlich auch einige Fallstricke beachten, z.B. Währungsrisiken: Wer Aktien aus Ländern außerhalb des Euro-Raums kauft, setzt sich Währungsrisiken, aber auch -chancen aus. Je nach Entwicklung von Euro, Dollar, Franken oder Pfund entstehen während der Haltezeit zusätzliche Gewinne oder Verluste. Umgekehrt liefert man sich nicht komplett einem eventuellen Euro-Risiko aus, wenn man sein Kapital breit streut und auf mehrere Währungen setzt.
Ein weiteres leidiges Thema bei Auslandsanlagen ist die Quellensteuer, die viele Länder erheben. Wer ausländische Aktien hält, muss beim Verkauf in aller Regel zweimal Steuern zahlen. Die Depotbank behält die ausländische Quellensteuer gleich ein. Die Höhe ist sehr unterschiedlich. Der deutsche Fiskus greift über die Abgeltungs- und Kapitalertragssteuer zusätzlich zu. Zwar lässt sich die Auslandssteuer fast immer zurückholen, weil Deutschland mit vielen Ländern ein Doppelbesteuerungsabkommen vereinbart hat. Der Aufwand ist jedoch beträchtlich und von Land zu Land verschieden. Zudem ist man da zukünftig ziemlich auf sich allein gestellt, weil der Fiskus eine Anleger-Unterstützung durch die Depotbank mittlerweile kritisch sieht. Im Zweifel muss man mit der höheren Steuerbelastung auf Auslandsdividenden leben.

Unser Rat:
Steuern sollten Anleger nicht abhalten, über den Horizont zu schauen. Es gibt da wahre Perlen im Ausland. Die Stärke der US-Indizes rührt daher. Im Vergleich dazu dümpelt der deutsche Aktienindex DAX seit Jahren mühsam vor sich hin. Die aktuelle Zusammensetzung dieses Index lässt zudem wenig Besserung erwarten. Wer trotzdem dem heimischen Markt treu bleiben will, muss auch in die zweite Reihe schauen (Stichwort MDAX/SDAX), dann aber auch wieder mehr Schwankung aushalten.

Private Vermögensanlage: Beim Fondssparen auf die Kosten achten

Private Vermögensanlage: Beim Fondssparen auf die Kosten achten

Von wegen spießig: Sparen macht glücklich. Das jedenfalls finden zwei Drittel der Deutschen, wie die Marktforscher von Forsa in einer Umfrage herausfanden. Jeder zehnte Euro des Einkommens wird im Durchschnitt auf die hohe Kante gelegt. Nachdem das Sparbuch nichts mehr einbringt, schwenken immer mehr Sparer um auf Fonds-Sparpläne, die das Geld in verschiedene Wertpapiere investieren. So nutzen Anleger Renditechancen am Kapitalmarkt und verteilen zugleich das Risiko eines Verlusts.

Mithilfe von Fondssparplänen lässt sich einfach und flexibel Vermögen aufbauen. Ob jemand nur 50€, 500€ oder gar 5.000€ übrig hat, ist im Prinzip egal. In Fonds sparen lohnt sich "vom Enkel bis zum Opa". Allerdings sollte jeder noch mindestens fünf Jahre Zeit haben, idealerweise mindestens zehn bis fünfzehn Jahre.
Ab zehn Jahren Spardauer empfiehlt sich eine Anlage in Fonds mit einem hohen Aktienanteil, denn Aktien gehören zu den Anlageklassen mit den höchsten Ertragschancen. Allerdings schwanken ihre Kurse mitunter heftig im Wert, wie auch das Börsenjahr 2018 wieder zeigte: Rund 19% verlor da der deutsche Leitindex DAX. Nach elf Jahren aber gibt es über 50 Jahre hinweg keinen Zeitraum mehr mit negativen Renditen, wie das Deutsche Aktieninstitut errechnet. Im Durchschnitt haben breite Aktienindizes wie der MSCI World eine Rendite von gut 7% im Jahr erreicht, wenn Dividenden wieder investiert werden. Mit einem langen Zeithorizont können Anlegern Schwächephasen an der Börse somit gut ausgleichen.

Eine Kernfrage bei Sparplänen ist, ob der Anleger einen aktiven - also von einem Fondsmanager gelenkten - Investmentfonds kauft oder einen passiven Indexfonds (ETF), der einen Index abbildet und selbst an der Börse gehandelt wird.
In jüngerer Zeit werden ETFs immer populärer – getreu dem Motto des verstorbenen John Bogle, des Gründers des amerikanische ETF-Fondsriesen Vanguard, dass man nicht nach der Nadel im Heuhaufen suchen, sondern gleich den Heuhaufen kaufen solle. Für ETFs sprechen besonders die deutlich niedrigeren Produktkosten, und dass die allermeisten Fondsmanager es ohnehin nicht schaffen, längerfristig besser als ihre Börsenvergleichsindizes abzuschneiden. ETFs kosten in der Regel zwischen 0,10-0,70% pro Jahr, aktive Fonds selten unter 1% bis hin zu gut 2% pro Jahr. Bei aktiven Fonds verdient fast immer der Vertrieb mit, der bis zur Hälfte der laufenden Gebühren kassiert.
Wer aber nicht eins zu eins den vollen Börsenschwankungen eines Index ausgesetzt sein will und auf den menschlichen Faktor schwört, der wird vielleicht dennoch einen klassischen Investmentfonds mit Fondsmanager bevorzugen. Die Fondsauswahl kostet etwas Mühe – langfristig lohnt sich aber der einmalige Aufwand. Beliebt sind hier vor allem Mischfonds, die sowohl Aktien als auch Zinsanlagen enthalten und eine Art einfache Vermögensverwaltung darstellen.

Kosten sind jedoch das A und O bei Sparplänen. Gebühren fressen Rendite auf. Wer seinen Wunschfonds definiert hat, sollte daher immer auf die Gesamtkosten achten. Hier lohnt sich ein Bankenvergleich, denn einige Onlinebanken bieten Sparplan-Depots auch ohne Depotgebühren an. Selbst den berühmten “Ausgabeaufschlag“ bei klassischen Investmentfonds muss heute niemand mehr bezahlen – zumindest nicht in voller Höhe. Auch hier gibt es mittlerweile eine Vielzahl kostengünstiger Anbieter.

Unsere Empfehlung:
Sparpläne haben einen großen Wert: Sie disziplinieren. Anleger sammeln - ohne groß darauf zu achten - Kapital an. Frei nach dem Börsenaltmeister André Kostolany: "Geld anlegen und schlafen legen".
Da Fondssparpläne dadurch wie ein langfristiges Basisinvestment wirken, macht es Sinn, das Geld möglichst weltweit zu investieren. Eine breite Streuung über unterschiedliche Branchen und Ländern führt zu Ausgleichseffekten und letztlich geringeren Kursschwankungen. So steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der Sparplan möglichst lange fortgeführt wird.

STARKE MARKEN: Aktienportrait „Novartis“

STARKE MARKEN: Aktienportrait „Novartis“

Aufgrund der relativen Stärke des Schweizer Aktienmarktes gegenüber anderen europäischen Aktienindizes, stellen wir Ihnen heute einen weiteren internationalen Konzern aus der Alpenrepublik Schweiz vor: Novartis.
Die Novartis AG – abgeleitet von lat. nova ars „neue Kunst“ - ist ein Biotechnologie- und Pharmaunternehmen mit Sitz im schweizerischen Basel.

Novartis entstand 1996 aus einer Fusion der beiden Basler Pharma- und Chemieunternehmen Ciba-Geigy AG und Sandoz AG. Es war damals die größte Unternehmensfusion der Welt und noch heute ist Novartis mit ca. 130.000 Mitarbeitern und 52 Mrd. USD Umsatz in 2018 eines der größten Pharmaunternehmen weltweit und zählt zu den wertvollsten in Europa. Mit einem Börsenwert von knapp über 200 Mrd. USD belegt Novartis in den Forbes Global 2000 der weltgrößten Unternehmen Platz 63 (Stand: 2018).
Die mittlerweile zu Novartis gehörenden Gesellschaften sind alle schon im 19. Jahrhundert entstanden und beweisen die langfristig gut funktionierende Konzernstruktur. Zu Novartis gehört außerdem eine 20%-Beteiligung am Schweizer Pharmakonkurrenten Roche, welches 1896 gegründet wurde. Im Pharmabereich ist die Schweiz international einfach einsame Spitze.

Novartis vertreibt zahlreiche verschreibungspflichtige und verschreibungsfreie Produkte sowie Präparate aus dem Bereich der Tiergesundheit. Das Unternehmen erwirtschaftet satte Gewinne (ca. 12 Mrd. USD im Jahr 2018); der ROC (Return on Capital - eine Finanzkennzahl, die misst, wie effizient und profitabel ein Unternehmen mit seinem eingesetzten Kapital umgeht) ist mit 85% ähnlich hoch wie bei der Markenfirma Coca-Cola. Das aktuelle KGV liegt bei 18, die Dividendenrendite bei guten 3,33%.
Die Kreditwürdigkeit von Novartis ist mit einem S&P-Rating von AA ausgezeichnet und sollte bei stürmischen Börsenzeiten den Aktienkurs von Novartis nach unten gut absichern. Novartis ist in der Lage, seine langfristigen Schulden innerhalb von 4 Jahren aus seinem Cash-Flow zurückzubezahlen.

Novartis weiß, wie es sein Kapital effizient einsetzt. Belohnt wurde die sehr gute Arbeit des Managements daher in den letzten 20 Jahren auch für die Aktionäre mit einer durchschnittlichen Rendite von 12,5% p.a. (inklusive Dividenden). Die Aktie ist somit immer ein heißer Kandidat für unsere Short-List in unserem Anlagekonzept STARKE MARKEN.
Als defensiver Wert ist Novartis für jedermann langfristig zu empfehlen, weil schön berechenbar. Zudem sticht Novartis im Vergleich zu anderen Pharmakonzernen mit einem hohen Nachhaltigkeitskoeffizienten (67 von 100) im Bereich Umwelt, Soziales und Governance hervor. Das kann langfristig einen zusätzlichen Performance-Vorteil gegenüber der Konkurrenz bedeuten.

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