Anlegerbrief

Anlegerbrief Februar 2026

Vordergründig laufen die Aktienmärkte stabil. Im Hintergrund laufen jedoch Umschichtungen – raus aus Software, rein in Old Economy. Lesen Sie außerdem, warum bei Gold und Silber der Aufwärtstrend zunächst ein abruptes Ende fand und warum 2026 zum Jahr der Aktie werden könnte.
Dr. Marc-Oliver Lux
February 13, 2026
Der Dr. Lux & Präuner Anlegerbrief

Inhalt

Börse aktuell: AI eats Software

Die Aktienmärkte bleiben in Rekordlaune. Die Indizes halten ihre hohen Niveaus. Hinter den Kulissen tobt jedoch eine Branchenrotation: Zurückgebliebene Langweiler aus dem Konsum- und Industrie-Bereich kommen plötzlich ins Laufen. IT-Werte werden im Zuge der Quartalsberichterstattung zum Teil heftig abgestraft, wenn die Börsianer ein Haar in der Zahlensuppe vermuten. Vor allem immer größere Investitionen für Künstliche Intelligenz (KI) werden mittlerweile kritisch gesehen.
Besonders ist jedoch die Software-Branche unter die Räder gekommen, weil Bedenken aufkamen, inwieweit KI zukünftig Arbeitsplätze oder Produkte ersetzt. Bei einfachen Programmiertätigkeiten passiert das schon heute durch automatisierte Applikationen. Die neue Sorge ist, daß KI längerfristig nicht nur die Margen drückt, sondern ganze Geschäftsbereiche in Frage stellt. Und weil jeder Trend an der Börse einen plakativen Namen braucht, hat man sich nun auf „Artificial Intelligence (AI) eats Software“ eingeschossen.

Die Folge sind erhebliche Verluste in der Marktkapitalisierung von Softwareunternehmen. Selbst solide Firmen mit Quasi-Monopolstellung und engen Verflechtungen in der IT-Welt wie Microsoft, SAP, Oracle haben seit ihren Hochs im letzten Jahr 30%-50% verloren, ohne daß sich an der Wachstumsstory der Unternehmen etwas geändert hätte. Die Bewertungen waren vorher vielleicht etwas hoch, sind nun aber mindestens auf das langfristige Durchschnittsniveau zurückgefallen. Auch dafür haben Börsianer einen Namen: „Mean Reversion“ – der Rücklauf zum langfristigen Durchschnitt.

Vielleicht wurden diese Bedenken aber auch nur vorgeschoben, um einen Grund zu haben, mal auf den Verkaufsknopf zu drücken. Bisher sind alle KI-Errungenschaften eher nettes Beiwerk, aber noch weit davon entfernt, komplexere Strukturen komplett zu ersetzen. Die Börse lebt von Stories, damit Geld immer wieder neu verteilt wird und provisionsträchtige Transaktionen produziert werden. Für den Langfristinvestor ergeben sich dadurch neue Einstiegschancen, denn wirklich billig werden die Klassiker im IT-Sektor nie.

Ende der Edelmetallrallye

Edelmetalle: Abruptes Ende der Fahnenstange

Innerhalb eines Jahres hat sich der Goldpreis verdoppelt, der Silberpreis sogar verdreifacht. Anfang Februar fand der Kursanstieg nun zunächst ein abruptes Ende: in nur 4 Tagen stürzte Gold um 20% ab, Silber um 40% - es ist die größte Korrektur seit einem Jahrzehnt.

Auslöser für den dramatischen Ausverkauf am Freitag war die Nachricht, dass US-Präsident Donald Trump den Bankmanager Kevin Warsh für die Führung der US-Notenbank Federal Reserve (FED) und somit als Nachfolger für den noch amtierenden Jerome Powell nominieren will. Dies stärkte den Dollar und belastete die Stimmung unter Anlegern, die darauf gesetzt hatten, Trump würde eine Schwächung der US-Währung zulassen.
Händler betrachten Warsh als den konsequentesten Inflationsbekämpfer unter den zuletzt gehandelten FED-Kandidaten. Entsprechend stiegen die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik – ein Szenario, das den Dollar stützen und den in Dollar notierten Goldpreis belasten würde.

Zuvor hatten Edelmetalle Allzeithochs erreicht, die selbst erfahrene Marktteilnehmer überrascht haben. Die ohnehin starke Rally beschleunigte sich im Januar deutlich. Anleger suchten verstärkt Zuflucht in Edelmetalle – ausgelöst durch geopolitische Turbulenzen, Befürchtungen einer Geldentwertung und Sorgen um die Unabhängigkeit der Federal Reserve.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Markt durch spekulative Käufe aus China.

Unsere Einschätzung:
Letztlich war der Gold- und Silber-Trade wohl etwas zu überlaufen. In den letzten Januar-Tagen gab es fast schon explosive Kurssprünge nach oben, wie man es sonst nur von Kryptowährungen kannte. Bei einer Kursentwicklung, die wie eine Fahnenstange nach oben schießt, besteht immer die Gefahr, daß der Trend plötzlich bricht und kollabiert, wenn sich die weitere Nachfrage erschöpft. Wir haben deshalb in unseren Anlagekonzepten bei Dr. Lux & Präuner rechtzeitig Gewinne mitgenommen.
Auf dem aktuell gedrückten Niveau schauen die Edelmetalle allerdings wieder interessant aus. Auch wenn sich eine Konsolidierung durchaus mehrere Wochen hinziehen mag, mittel- bis langfristig besteht weiteres Aufwärtspotential.

2026 - Jahr der Aktie

Private Altersvorsorge: 2026 wird das Jahr der Aktie!

Der Dax steigt von Rekord zu Rekord, die Zahl der Aktionäre nimmt zu, und das von der Politik beschlossene Altersvorsorgedepot kommt. Es gibt also Nachrichten, die Mut machen, dass in Deutschland doch noch eine Aktienkultur entstehen kann:

(1)
Die Zahl der Menschen, die Aktien besitzen - ob als Einzeltitel oder in Form von Fonds oder ETFs - ist 2025 auf 14,1 Millionen gestiegen. Das sind laut Deutschem Aktieninstitut zwei Millionen mehr als 2024 oder anders ausgedrückt: Jeder fünfte Mensch in diesem Land ist Aktionär.

(2)
Der deutsche Leitindex DAX liegt seit Jahresanfang auf hohem Niveau um die 25.000 Punkte. Hier bestehen gute Chancen, daß die Kurse noch weiter steigen.

(3)
Das Altersvorsorgedepot soll im Laufe dieses Jahres kommen. Das ist die Meldung, die vielen Menschen am meisten bringt. Denn nur mit Aktien sind die Renditen möglich, um die Rentenlücken, die sich bei vielen Menschen auftun, zu füllen.

Wer spart, verliert Geld, wer investiert, vermehrt es
Beim Sparen gab es 2010 eine Zeitenwende, als die Europäische Zentralbank ihre Politik der niedrigen Zinsen startete. Zwar gab es 2022 eine Zinswende nach oben, doch diese machte sich vorwiegend für Kreditnehmer bemerkbar. Menschen, die mit Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten sparen, sind noch immer von den Spätfolgen der Niedrigzinspolitik betroffen. Denn die durchschnittlichen Zinsen für Sparanlagen liegen meist unterhalb der Inflationsrate. Die wenigsten Menschen springen von einem Lockzins zum nächsten. Und so sind die über zwei Billionen Euro, die auf Bankkonten liegen, der Inflation preisgegeben.

Es liegt weniger an der Politik als an uns
Der Schwenk hin zu einer aktienorientierten Altersvorsorge verursacht bei vielen Menschen zunächst ein mulmiges Gefühl. Denn in Aktien zu investieren, heißt, mit Kursschwankungen zu leben. Die sind zugegebenermaßen nicht leicht auszuhalten, es gibt aber Wege, mit dem Auf und Ab der Märkte zurechtzukommen.

Damit das Altersvorsorgedepot nachhaltig zum Erfolg wird, braucht es eine gute Kommunikation der Bundesregierung und der Finanzbranche und ein wenig Mut seitens der Sparerinnen und Sparer.
So muss die Bundesregierung ein positives Bild des Kapitalmarkts vermitteln - also keine Politiker-Aussagen mehr wie „Mir reicht mein Festgeldkonto“. Gleichzeitig muss die Finanzbranche Produkte auf den Markt bringen, die einfach konstruiert, einfach zu verstehen und kostengünstig sind.

Am schwersten ist es mit der Psychologie von Anlegern, die womöglich jeden Tag auf Ihren Kontoauszug schauen. Diesen Menschen wird in der Regel erklärt, dass Aktien auf lange Sicht immer steigen. Die Renditedreiecke, die auf den Internetseiten des Deutschen Aktieninstituts zu sehen sind, zeigen überdeutlich, dass mit den Jahren das Risiko, am Aktienmarkt Geld zu verlieren, rapide abnimmt. Das ist schön und gut zu wissen, hilft aber dem nicht, der trotzdem nachts wachliegt, nachdem das Depot den dritten oder vierten Tag in Folge im Minus ist.
Es lohnt sich aber, sich dieser Furcht zu stellen, im Zweifel in kleinen Schritten, z.B. über einen Fonds- oder ETF-Sparplan oder mit einer gemischten Depotstruktur aus Aktien und Zinsanlagen. Der Mut, in Aktien zu investieren, sollte langfristig mit einer Durchschnittsrendite von 6-8% p.a. belohnt werden. Dieser Mehrwert gegenüber reinen Zinsanlagen bedeutet letztlich auch mehr Wohlstand im Alter.


Unser Rat:
Grundsätzlich sprechen die höheren Renditeerwartungen weiter für einen höheren Aktienanteil in der Geldanlage, vor allem für denjenigen, der nicht auf das Geld angewiesen ist und optimalerweise über einen längeren Zeithorizont von mehr als 10 Jahren investiert bleiben kann. Dabei können auch ältere Menschen noch einen hohen Aktienanteil fahren, wenn sie ihr Geld ohnehin vererben wollen.
In der Vermögensverwaltung von Dr. Lux & Präuner bevorzugen wir die Anlage in einzelne Aktien. Das ist kostengünstiger als Fonds und ermöglicht eine stärkere Identifizierung mit den Unternehmen, in die man investiert. Dabei
nutzen wir die Vorteile von STARKE MARKEN.

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