
Inhalt
Börse aktuell: US-Renditen über 5%
Am 3. November sind Zwischenwahlen in den USA, die sogenannten Midterms. Aktuell läuft es für die regierenden Republikaner allerdings nicht gut:
Mit dem Iran-Krieg wollte All-Mighty-Präsident Trump eigentlich den Ölpreis unter amerikanische Kontrolle bekommen – stattdessen läuft der Krieg aus dem Ruder und der Ölpreis entwickelt sich seitdem tendenziell nach oben – und mit ihm die Benzinpreise, worüber die amerikanischen Verbraucher überhaupt nicht amused sind, denn normalerweise sind die Amis niedrige Benzinpreise gewohnt und zahlen nur ein Drittel unserer hiesigen Preise.
Auch auf der Währungsseite läuft es nicht rund: Den Dollar wollte Trump abwerten, doch aktuell wird er gegenüber Euro eher wieder stärker. Gegenüber Yen sah man sich sogar genötigt, am Devisenmarkt zu intervenieren. Dabei hat man mal wieder die Europäer mit einem Alleingang vor den Kopf gestoßen, indem für die Intervention nicht Dollar, sondern Euro verkauft wurden - ohne Rücksprache mit den europäischen Notenbanken.
Das unorthodoxe Gebaren in der Wirtschaftswelt fliegt Trump nun aber zunehmend um die Ohren: Für die Verbraucher steigen nicht nur die Belastungen durch die hohe Inflation und den steigenden Benzinpreis, auch die Zinsen ziehen an. Dabei hatte Trump den im Mai ausgeschiedenen Notenbankchef Jerome Powell immer wieder dazu gedrängt, die Zinsen zu senken. Jetzt hat er seinen Wunschkandidaten Kevin Warsh in der Federal Reserve platziert - und was macht der!? Warsh hat den Leitzins nach 10 Monate Zinspause soeben um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben (!) und befindet sich damit in guter Gesellschaft mit den Zinsanhebungen der europäischen und japanischen Zentralbank. Aber noch schlimmer: Die Projektionen der Notenbanker deuten auf einen weiteren Zinsschritt noch in diesem Jahr hin. Trump sieht die Welt natürlich mal wieder anders und schrieb nach der Fed-Entscheidung in seinen Social-Media-Kanälen, die Zinsen in den USA sollten bei einem Prozent oder darunter liegen.
Der Zinsschritt der Notenbank hat wiederum Auswirkung auf den Anleihenmarkt: Die Rendite für die zehnjährige US-Staatsanleihe hat die viel beachtete Marke von 5,00% überschritten; damit wurde das höchste Niveau seit 2006 erreicht. Bei einem Rekord-Staatsschuldenberg der USA von über 40 Billionen Dollar werden Ökonomen und möglicherweise auch Gläubiger von US-Staatsanleihen daher zunehmend nervös. Für Trump könnte es deshalb zukünftig noch ungemütlicher werden, wenn sein Handlungsspielraum kleiner wird. Aber schuld sein werden natürlich wieder die anderen.

Nachfolgeplanung: So vermeiden Erblasser Streit und hohe Kosten
Jedes Jahr wechseln in Deutschland Vermögenswerte von schätzungsweise mehr als 100 Milliarden Euro durch Schenkungen oder Erbschaften den Besitzer. Dennoch beschäftigen sich viele Menschen erst spät oder gar nicht mit ihrer privaten Nachfolgeplanung. Das führt häufig zu Streit unter den Erben, unnötigen Kosten oder steuerlichen Nachteilen.
Wer stattdessen seinen Nachlass frühzeitig regelt, kann Angehörige entlasten und die Vermögensübertragung gezielt gestalten.
1. Die Erbfolge bewusst bestimmen
Wer keine Verfügung trifft, überlässt die Verteilung des Vermögens der gesetzlichen Erbfolge – und die entspricht häufig nicht den tatsächlichen Wünschen. In vielen Fällen ist es daher sinnvoll, die gesetzliche Erbfolge durch ein Testament zu ersetzen und das Vermögen gezielt zu verteilen. So lässt sich auch eine Erbengemeinschaft vermeiden. Über Vermächtnisse können einzelne Gegenstände oder Geldbeträge bestimmten Personen zugewendet werden, ohne sie als Erben einzusetzen. Wichtig ist außerdem, Pflichtteilsansprüche naher Angehöriger im Blick zu behalten und Ersatzerben zu benennen, falls eine bedachte Person wegfällt. Auch Güterstand und Ehevertrag können erhebliche Auswirkungen auf die Vermögensverteilung haben.
2. Schenkungen zu Lebzeiten nutzen
Vermögen lässt sich nicht nur vererben, sondern bereits zu Lebzeiten übertragen. Die steuerlichen Freibeträge stehen alle zehn Jahre erneut zur Verfügung und können durch frühzeitige Schenkungen mehrfach genutzt werden. Damit der Schenkende nicht die Kontrolle verlieren, können Widerrufs- oder Rückfallklauseln vereinbart werden – etwa für den Fall, dass die beschenkte Person vor dem Schenker verstirbt.
3. Erbschaftsteuer gezielt reduzieren
Die Erbschaftsteuer lässt sich durch vorausschauende Gestaltung häufig deutlich senken. Neben den alle zehn Jahre nutzbaren Freibeträgen können auch steuerliche Vergünstigungen für selbstgenutzte Immobilien genutzt werden. Bei Ehepaaren mit unterschiedlich hohem Vermögen kann beispielsweise die schenkungsweise Übertragung des Familienheims steuerliche Vorteile bringen. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten sind ein Generationensprung – etwa durch direkte Zuwendungen an Enkel –, Nießbrauchsmodelle bei Immobilien, Wertpapieren oder Beteiligungen sowie eine schrittweise Vermögensübertragung. Entscheidend ist, solche Maßnahmen frühzeitig zu planen, da viele davon eine längere Vorlaufzeit erfordern.
4. Vorsorge für die Erbschaftsteuer treffen
Selbst bei guter Planung kann eine Steuerlast verbleiben, die die Erben zunächst finanzieren müssen. Damit Vermögenswerte nicht unter Zeitdruck verkauft werden müssen, empfiehlt es sich, ausreichend liquide Mittel bereitzuhalten. Auch geeignete Versicherungslösungen können helfen, die spätere Steuerlast abzusichern. Eine Simulation der möglichen Erbschaftsteuer schafft Transparenz und erleichtert die Planung verschiedener Nachfolgeszenarien.
5. Typische Stolperfallen vermeiden
Neben einem fehlenden Testament gehören Formfehler zu den häufigsten Problemen. Ein eigenhändiges Testament ist nur wirksam, wenn es vollständig handschriftlich verfasst und unterschrieben wurde. Datum und Ort sollten ebenfalls angegeben werden. Auch Gemeinschaftskonten können zu Unklarheiten über die Vermögenszuordnung führen und ungewollte Schenkungen auslösen. Zudem werden Schenkungsfreibeträge innerhalb der Familie häufig nicht optimal genutzt. Erbengemeinschaften bergen ein hohes Streitpotenzial, da alle Beteiligten gemeinsam entscheiden müssen. Bei grenzüberschreitenden Nachlässen sollte außerdem geprüft werden, welches Erbrecht gilt und ob eine Rechtswahl sinnvoll ist.
6. Persönliche Vorsorge für Alter und Krankheit
Nachfolgeplanung betrifft nicht nur den Todesfall, sondern auch Situationen, in denen man selbst nicht mehr handlungsfähig ist. Mit einer Patientenverfügung lässt sich festlegen, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht sind, während eine Betreuungsverfügung bestimmt, wer im Bedarfsfall als Betreuer eingesetzt werden soll. Mit einer General- oder Vorsorgevollmacht kann eine Vertrauensperson bevollmächtigt werden, persönliche und finanzielle Angelegenheiten zu regeln. Bei Immobilienvermögen empfiehlt sich mindestens eine notariell beglaubigte, besser noch eine notariell beurkundete Vorsorgevollmacht.
7. Notfallordner anlegen
Im Ernstfall müssen Angehörige schnell auf wichtige Unterlagen und Informationen zugreifen können. Ein gut strukturierter Notfallordner mit Vollmachten, Verträgen, Versicherungen und wichtigen Kontakten schafft Übersicht und entlastet die Hinterbliebenen. Dabei sollte auch an den digitalen Nachlass gedacht werden, etwa an Zugangsdaten und Verfügungen für Online-Konten.
8. Stiftung zu Lebzeiten gründen
Wer sein Vermögen dauerhaft einem bestimmten Zweck widmen möchte, kann eine Stiftung errichten. Sie sollte idealerweise bereits zu Lebzeiten mit einem kleineren Vermögen gegründet und später schrittweise aufgestockt werden. Insbesondere für steuerbegünstigte Zwecke kann eine Stiftung ein geeignetes Instrument der langfristigen Vermögens- und Nachfolgeplanung sein.
Unser Rat:
Wer rechtzeitig beginnt, kann Vermögen im Sinne der eigenen Wünsche weitergeben, Steuern reduzieren und Angehörige im Ernstfall entlasten. Der größte Fehler in der privaten Nachfolge ist nicht die falsche Gestaltung, sondern Abwarten und Aufschieben.
Wenn Sie Unterstützung benötigen, sprechen Sie uns gerne an! Zur zielgerichteten Übertragung von Vermögen mit Gestaltungsspielraum können wir insbesondere eine Lösung über eine vermögensverwaltende Versicherungspolice anbieten.

Bitcoin & Co: Die Durststrecke ist zu Ende
Lange Zeit stand der Kryptomarkt unter Druck, schöpft nun aber neue Hoffnung: Bitcoin hat im August den stärksten Wochenanstieg seit rund drei Jahren hingelegt und ist innerhalb von fünf Wochen um fast 40% angestiegen. Dabei wurde auch erstmals seit Mitte Mai wieder die Marke von 80.000 Dollar überschritten. Der im Oktober letzten Jahres erreichte Höchststand von etwa 126.000 Dollar ist allerdings noch etwas entfernt.
Der sprunghafte Anstieg ist auch der erzwungenen Auflösung gehebelter Positionen in Milliardenhöhe auf weiter fallende Kurse geschuldet.
Bitcoin findet wieder Zuspruch, nachdem die Debatte über den "Debasement Trade" – die Flucht vor einer befürchteten Geldentwertung – neu aufgekommen ist. Auslöser war die Ankündigung von US-Finanzminister Scott Bessent, dass die USA ihre Anleihen-Rückkäufe ausweiten werden, um die Renditen langfristiger Staatsanleihen zu senken. Schaut man sich jedoch die Renditeentwicklung langlaufender US-Staatsanleihen an, geht der Plan aktuell nicht auf. Skeptiker sehen in dem Plan einen weiteren Beleg dafür, dass die Trump-Regierung (noch) nicht bereit ist, die schwierige Aufgabe einer Verringerung des Haushaltsdefizits anzugehen. Die USA haben inzwischen erstmals Staatsschulden von mehr als 40 Billionen US-Dollar angehäuft. Rein rechnerisch entfallen damit rund 120.000 US-Dollar auf jeden Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Pro-Kopf-Verschuldung bei etwa 34.000 US-Dollar.
Bitcoin wurde ursprünglich als Möglichkeit geschaffen, der Entwertung von Fiat-Währungen (klassische Banknoten) und der durch die Geldschöpfung der Zentralbanken verursachten Inflation zu entgehen. Das makroökonomische Umfeld wurde für die Kryptowährungen durch den ausgeweiteten Rückkauf-Plan des Finanzministeriums für langlaufende Anleihen somit wieder günstiger.
Börsengehandelte Bitcoin-Fonds verzeichneten in den vergangenen Wochen ihren stärksten wöchentlichen Zufluss seit zehn Monaten, während der Bitcoin-Kurs zulegte. So flossen den in den USA gelisteten Fonds netto 1,92 Milliarden Dollar zu. Das war der höchste Betrag seit Anfang Oktober vergangenen Jahres.
Unsere Einschätzung:
Die monatelange Durststrecke für Bitcoin & Co. dürfte zunächst beendet sein. Die Chancen stehen gut, dass sich ein neuer Aufwärtszyklus entwickelt.