Anlegerbrief September 2018

Börse aktuell: Die Schere zieht sich auseinander

Sehr geehrter Anleger,

Wie schon im letzten Anlegerbrief vor der Sommerpause angekündigt, hat sich dieser August tatsächlich wieder mal als „gefährlicher“ Monat herausgestellt. Zumindest für den DAX, der eine wirklich schlechte Figur machte. 1000 Punkte hat der deutsche Aktienindex innerhalb von 5 Wochen verloren, auch wenn US-Importzölle für die deutsche Automobilindustrie zunächst abgewendet werden konnten. Doch der Markt ist offensichtlich skeptisch, ob das Interimsagreement zwischen EU und USA nachhaltig ist. Damit ist die DAX-Bilanz seit Jahresanfang mit –6% eindeutig negativ.

Ganz anders in den USA:

Börse aktuell: Die Schere zieht sich auseinander

Im Weißen Haus werkelt zwar eine Dampfwalze, die auf dem besten Wege ist, alle Gepflogenheiten der westlichen Welt platt zu machen. Trump hat mittlerweile sämtliche internationalen Handelsverträge geschreddert, inklusive des nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA zwischen USA – Kanada – Mexiko und droht insbesondere China mit weiteren Zöllen. Auch Japan gerät zunehmend ins Visier. Obwohl sich die USA mit all ihren größten Handelspartnern praktisch gleichzeitig angelegt hat und ein Handelskonflikt immer wahrscheinlicher wird, herrscht an den US-Börsen eitel Sonnenschein. S&P 500 und NASDAQ haben Ende August sogar neue Allzeithochs erreicht. Auch wenn es uns in Europa nicht gefallen mag – das Motto „Make Amerika great again“ scheint sich für die USA auszuzahlen. Ein Rückschlag, den viele aufgrund Trump´s rigoroser Vorgehensweise erwartet haben, ist bisher ausgeblieben.

Dem Rest der Welt dagegen geht’s schlecht – besonders in den Emerging Markets: Seit einem im Januar 2018 erreichten Hoch hat der MSCI Emerging Markets Investable Market Index auf Dollar-Basis mehr als 20% und auf Euro-Basis rund 15% verloren. Viele Währungen von Schwellenländern sind im freien Fall – einerseits wegen eigener Probleme (Türkei, Südafrika und Argentinien), andererseits wegen der Zins- und Wirtschaftspolitik der USA.
Die nach der Finanzkrise in den USA gesenkten Zinsen hatten zunächst zu einer wahren Flut an Dollar-Liquidität geführt. Viel "heißes Geld" floss nach 2008 in die Schwellenländer und befeuerte dort die Verschuldung und das Wachstum. Doch wegen der Zinswende, der sehr robusten US-Konjunktur und der Steuerpolitik von US-Präsident Donald Trump fließt nun viel Dollar-Liquidität in die USA zurück. Geld wird also aus den Schwellenländern abgezogen und in die Vereinigten Staaten zurückverlagert. Dies führt zu einem stärkeren Dollar, der wiederum den Abzug von Kapital aus den Schwellenländern noch beschleunigt. Gleichzeitig droht in den in Dollar verschuldeten Schwellenländern durch den stärkeren Dollar eine Schuldenkrise, da es wegen der schwächeren Landeswährungen für die Kreditnehmer immer schwieriger wird, Dollar-Kredite zu bedienen.
Die von Trump angezettelten Handelskonflikte sind gerade für die größten Emerging Markets wie China, Indien, Südkorea und Mexiko Bad News. Denn sie haben eine stark exportorientierte Wirtschaft und häufig eine starke Abhängigkeit vom US-Markt. Noch halten sich zwar die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Handelsstreits in engen Grenzen, da viele der angekündigten Zölle noch nicht in Kraft getreten sind. Sollte es allerdings nicht zu einer Entspannung im Handelsstreit kommen, dürfte sich das in den kommenden Jahren ändern.

Die Schere zwischen der boomenden US-Wirtschaft und dem Rest der Welt, der zunehmend ins Stottern gerät, geht somit immer weiter auseinander. Vielleicht hilft dem deutschen Aktienmarkt zumindest ein kleiner Trick, frei nach dem Motto: Wenn uns die Indexperformance nicht gefällt, ändern wir einfach die Rahmenbedingungen.
Die Deutsche Börse hat nämlich im Rahmen ihrer turnusmäßigen Überprüfung ihrer Indizes einige Umstrukturierungen vorgenommen und Loser-Aktien ausgekehrt: So wird beispielweise im DAX die Commerzbank Aktie, die seit Gründung des DAX im Index vertreten war, ersetzt durch Wirecard, ein alter Bekannter aus Neuer-Markt-Zeiten, der in den letzten Jahren sehr erfolgreich sein Geschäftskonzept gedreht hat. Der MDAX, Index für Konzerne aus dem deutschen Mittelstand, wird erweitert um 10 weitere, eher technologieorientierte Aktien aus dem SDAX und TechDAX, was dem Index zukünftig vielleicht zusätzliche Dynamik geben könnte. Warten wir es ab.

L&P aktuell: Online-Vermögensvermögensverwaltung gestartet

L&P aktuell: Online-Vermögensvermögensverwaltung gestartet

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Aktien: Längste Rekordjagd in den USA

Aktien: Längste Rekordjagd in den USA

Die USA bleiben das Land der Rekorde. Der breite amerikanische Aktienindex S&P 500 feiert den zeitlich längsten Anstieg seiner Geschichte: Seit dem Tiefpunkt, der am 9. März 2009 markiert wurde, ist der Index ohne eine Korrektur von 20 Prozent über mittlerweile mehr als 3.450 Kalendertage angestiegen. Damit wurde der bisherige Rekord, der zwischen den Jahren 1990 und 2000 aufgestellt wurde, übertroffen. In diesem Zeitraum hat der S&P 500 mehr als 320 Prozent an Wert gewonnen, der Dow Jones 30 konnte fast 300 Prozent an Wert zulegen (jeweils in US-Dollar). Noch besser schlugen sich die Aktien kleinerer US-Firmen, die der Aktienindex Russell 2000 abbildet und die einen Wertzuwachs von mehr als 400 Prozent erzielt haben. Die „Königin“ unter den US-Indizes ist aber eindeutig die Technologiebörse NASDAQ, die mit einem Plus von über 500 Prozent seit März 2009 die meisten anderen bekannten Aktienindizes weit in den Schatten stellt.

Im internationalen Vergleich ist der „US-Bulle“ mit Abstand am schnellsten gelaufen. Europa konnte da nicht mithalten. Die beiden europäischen Indizes Stoxx50 und EuroStoxx50 konnten in den vergangenen neuneinhalb Jahren nur um vergleichsweise bescheidene 90 Prozent zulegen. Deutsche Aktien im DAX30 schlugen sich mit einem Zuwachs von 240 Prozent zwar besser, aber nur der MDAX, der den deutschen Mittelstand abbildet, konnte den Amis das Wasser reichen und hat mit einem Plus von gut 550 Prozent sogar die US-Techwerte knapp hinter sich gelassen!

Auch wenn der gesamte Wertzuwachs des S&P in diesem Zyklus (bislang) hinter der Entwicklung der 1990er Jahre zurückbleibt, hätten wohl die Wenigsten im März 2009 eine derart lange Aufschwungsphase erwartet. Denn damals befanden sich die Weltwirtschaft und das globale Finanzsystem aufgrund des Platzens der US-Immobilienblase und der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 in einer äußerst prekären Lage. Vor allem dem beherzten Eingreifen der US-amerikanischen Notenbank und ihrer unkonventionellen Geldpolitik war es zu verdanken, dass die Konjunktur wieder Tritt fasste und sich die Aktienmärkte erholten.
Allerdings verlief der Weg bis zum Erreichen der neuen Rekordmarke keineswegs linear. So sorgte die nach der Krise sprunghaft angestiegene Staatsverschuldung im August 2011 fast für ein Ende des Bullenmarktes, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor’s die Kreditwürdigkeit der USA zurückstufte. Der S&P 500 verlor zunächst kräftig an Wert, konnte sich aber in der Folgezeit wieder erholen. Auch zwischen Sommer 2015 und Anfang 2016 kam Sand ins Getriebe des Aktienmarktaufschwungs, nachdem China seine Währung abwertete und der Ölpreis sowie andere Rohstoffpreise unter Druck gerieten. Doch auch diese Schwächephase stellte nur eine kurze Episode dar.

Summa summarum verdanken die US-Aktienmärkte die gute Wertentwicklung vor allem den Unternehmensgewinnen. Sie sind der wichtigste Faktor für die Kursentwicklung. So haben sich dank der im Vergleich zu Europa stärkeren Konjunkturerholung in den USA die Gewinne der US-Unternehmen seit 2009 wesentlich besser entwickelt. Die Gewinne der im gesamteuropäischen Stoxx600 vertretenen Unternehmen liegen heute nur unwesentlich höher als im Jahr 2009. Eine Branchenanalyse zeigt ein sehr gemischtes Bild bei den europäischen Werten. Anders im S&P 500: Hier weisen alle Sektoren ein höheres Gewinnniveau auf, fast verdreifacht hat es sich sogar im Technologiesektor.

Unsere Einschätzung:

Die fundamentalen Rahmenbedingungen sprechen dafür, dass die US-Börsen auch in nächster Zeit eine bessere Wertentwicklung aufweisen werden als viele andere Aktienmärkte. Unter den Unsicherheiten aufgrund der von US-Präsident Trump angefachten Handelsstreitigkeiten leiden Europa, Japan und die Schwellenländer deutlich stärker als die USA. Konsumenten und Unternehmen in den Vereinigten Staaten profitieren von den Effekten der Steuerreform, den höheren Staatsausgaben (z.B. für Verteidigung) und der Deregulierung, sodass das Wirtschaftswachstum auch in den kommenden Quartalen bei mindestens 3% und damit deutlich höher als in den meisten anderen Ländern liegen sollte. Die wirtschaftliche Stärke der USA wird dazu führen, dass die Unternehmensgewinne auch in den nächsten Quartalen überproportional zulegen. Nach Steigerungsraten von 25% im ersten Halbjahr 2018 dürfte sich das Gewinnwachstum in der zweiten Jahreshälfte nur leicht in Richtung 20% verlangsamen; dabei entfällt rund die Hälfte des Zuwachses auf die niedrigeren Steuern. Für nächstes Jahr wird ein weiteres Gewinnplus von rund 10% erwartet, wobei die Gewinnerwartungen bis zuletzt nach oben revidiert wurden.

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