Anlegerbrief November 2020

Börse aktuell: Ausgetrumpt!

Sehr geehrter Anleger,

Biden kickt Trump aus dem Weißen Haus und die Börsenkurse nach oben. Der Startschuss für die Jahresendrallye ist gesetzt.
Lesen Sie außerdem, wie sich der Rentenmarkt in Südeuropa seit März wieder deutlich entspannt hat und warum Erspartes in Aktien langfristig besser aufgehoben ist.

 

Börse aktuell: Ausgetrumpt!

Eine schwere Geburt war das mit der US-Präsidentschaftswahl. Hatte sich die Börse aufgrund der Wahlprognosen bereits einige Tage vor dem Wahltermin auf den neuen Kandidaten Biden eingestellt, so blieb der erhoffte klare Durchmarsch der Demokraten dennoch aus. Die Stimmenauszählung mutierte vielmehr zur Zitterpartie. Letztendlich gewann Joe Biden – und die Börse freut sich. Die heftigen Kursverluste im Oktober, ausgelöst durch die zweite Corona-Welle in Europa, konnten wieder komplett aufgeholt werden. Dass nun die Ära Trump zu Ende geht, lässt sicher viele in Politik und Wirtschaft aufatmen. Gerade die stark exportlastige deutsche und europäische Industrie kann wieder zuversichtlicher in die Zukunft blicken: die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Europa dürften sich durch Biden zumindest teilweise wieder normalisieren und Handelszölle mittelfristig eher wieder zurückgefahren werden. Der Dollar ist demzufolge etwas auf dem Rückzug gegenüber dem Euro.
Der Optimismus der Börsianer ist wieder erwacht: vor allem diejenigen Aktien, die durch Corona oder Trump besonders unter die Räder gekommen sind, werden wieder gekauft. „Risk on“ nennt man das in der Börsianersprache. Aber das Jahresende ist ja auch nicht mehr weit und mit 2000 Punkten Plus in 10 Tagen ist der deutsche Aktienindex DAX fulminant in die Jahresendrallye gestartet. Weitere Kurssteigerungen sind möglich, denn aktuell bekommt der Markt von vielen Seiten positive Nachrichten zugeliefert. So steht beispielsweise in den USA weiterhin ein zusätzliches Konjunkturpaket zur Bewältigung der Corona-Krise zu Diskussion. Und auch die jüngsten Studienergebnisse von Biontech und Pfizer zu einem Corona-Impfstoff beflügeln die Kurse. Nach einem bislang recht turbulenten Börsenjahr setzen immer mehr Anleger darauf, dass das Jahr doch noch zu einem positiven Abschluss kommt.

Traditionell ist das vierte Quartal meist stark: Seit dem Jahr 2000 notierte der DAX Ende Dezember nur dreimal tiefer als Ende September. Das erste Mal war direkt im Jahr 2000, als der deutsche Leitindex im Schlussquartal ein Minus von 5,4% verbuchte. In der Finanzkrise 2008 sackte er sogar um 17,5% ab, und auch 2018 rutschte der Index um 13,8% ab. In allen anderen Jahren stand ein Plus zu Buche - manchmal ein nur hauchdünnes wie die 0,7% im Jahr 2017 oder ein dickes wie die 21,8% im Jahr 2003.
Wie immer an der Börse gilt: Die Vergangenheit lässt sich nicht einfach in die Zukunft übertragen. Und die wenigen Minusjahre zeigen, dass es zwischen Oktober und Dezember auch ordentlich krachen kann. Die aktuellen Risikofaktoren sind hinlänglich bekannt, allen voran die wirtschaftlichen Auswirkungen durch einen weiteren Corona-Lockdown. Doch die Chancen stehen aktuell gut, dass es einen versöhnlichen Jahresausklang gibt, denn mit gut 13.200 hat der DAX das Ausgangsniveau vom Januar bereits eingestellt.

Rentenmarkt: In Südeuropa hat sich Corona erledigt

Rentenmarkt in Südeuropa ganz entspannt

Am Anleihenmarkt in Italien, Spanien, Portugal ist von Krisenstimmung keine Spur mehr. Zwar trifft Corona die spanische und italienische Wirtschaft hart. Im Zuge der zweiten Welle sind wieder fast alle Regionen zum Risikogebiet erklärt worden. Doch die Finanzmärkte leihen den südeuropäischen Ländern Geld zu Konditionen, als habe es Corona nie gegeben. Mittlerweile nähern sich gerade die Renditen spanischer und portugiesischer Anleihen immer mehr der magischen Nulllinie, die in Deutschland schon lange unterschritten wurde.

Die Risikoprämien für die zehnjährigen Staatsanleihen haben sich gegenüber den deutschen Bundesanleihen halbiert: in Italien liegt sie nur noch bei 1,2 Prozentpunkten, das ist der niedrigste Wert seit April 2018. Spanien und Portugal müssen lediglich nur rund 0,65 Prozentpunkte Aufschlag gegenüber den zehnjährigen deutschen Bundesanleihen zahlen - und damit kaum mehr als vor dem Beginn der Corona-Krise in Europa Ende Januar.
Die Rendite der Bundesanleihe hat sich dabei seit Mai nur wenig bewegt, sie pendelt um das Niveau von minus 0,5 Prozent. Doch auch die Renditen, die Investoren von Italien, Spanien und Portugal verlangen, sind tief gefallen, seit die Europäische Zentralbank (EZB) hunderte Milliarden zusätzlich in Staatsanleihen der Euro-Länder pumpt.
Zudem hat die Aussicht auf Anleihen der Europäischen Union die Sorge, der Währungsraum könnte auseinanderbrechen, zerstreut. Die ersten Zinspapiere mit gemeinschaftlicher Haftung sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen.

An den Märkten hat sich daher Entspannung breitgemacht, sodass nicht einmal die EZB groß gegensteuern muss. Die Ankaufvolumina unter dem in der Krise aufgelegten Notankaufprogramm PEPP lassen vermuten, dass der akute Krisenmodus vorbei ist. Die Anleihekäufe richten sich nach dem Gewicht der Mitgliedsländer innerhalb der Währungsunion, dem sogenannten Kapitalschlüssel. In der Krise war die EZB vielfach davon abgewichen und hatte beispielsweise überproportional viele italienische Staatsanleihen gekauft, um zu verhindern, dass dort die Risikoaufschläge zu stark ansteigen. Inzwischen seien die Bondkäufe fast vollständig mit dem Kapitalschlüssel in Einklang gebracht worden.

Zwar haben sich die Notenbanker zuletzt entschlossen gezeigt, dass sie den Ankaufsrahmen des PEPP von bis zu 1,35 Billionen Euro wenn nötig ausschöpfen, wie aus den Protokollen der EZB-Ratssitzung von September hervorgeht. Doch derzeit hält sich die EZB zurück, um größeren Handlungsspielraum zu haben, sollte erneut Nervosität am Markt aufkommen.
Der weitere Verlauf der aktuellen zweiten Corona-Welle, der noch nicht vollständig abgeschlossene US-Wahlausgang und das zähe Ringen um den Brexit bieten noch genug Risikofaktoren. Offensichtlich treten diese jedoch für Anleiheninvestoren derzeit in den Hintergrund: Die Suche nach Rendite, so hat es den Anschein, verfügt über mehr Gewicht als die Vorsicht vor Risiken.

Unsere Einschätzung:
Längst nicht alle Investoren fühlen sich in dem aktuellen Rentenmarktumfeld wohl. Doch risikofreudige Anleger, die südeuropäische Anleihen in der ersten Corona-Welle aufgesammelt haben, wurden wieder einmal mit Kursgewinnen belohnt. Es bleibt jedoch ein Ritt auf der Rasierklinge. Da jeglicher Zinspuffer fehlt, steht und fällt der Ertrag mit Anleihen mit der Kursentwicklung. Dann lieber gleich Aktien! ;-)

Aktienanlage: Gute Gründe, endlich Anleger zu werden

Gute Gründe für die Aktienanlage

Obwohl ein Großteil der Deutschen schon lange nicht mehr mit den Sparerträgen zufrieden ist, fühlen sich viele nicht fit für Kapitalmarktanlagen – und verharren in ihren vermeintlich sicheren Sparprodukten. Diese Sicherheit ist aber trügerisch: Da die Inflation höher ist als die Zinsen, verliert das Ersparte real an Wert. Dabei gibt es viele gute Gründe, sich endlich an den Kapitalmarkt zu trauen und vom Sparer zum Anleger zu werden:

Das niedrige Zinsumfeld wird uns weiter begleiten
Es ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen auf Sparanlagen in Deutschland auf absehbare Zeit steigen werden. Selbst wenn die Notenbanken irgendwann einmal mit Zinserhöhungen loslegen, wird das Niveau insgesamt deutlich niedriger bleiben als in der Vergangenheit. Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass die Inflationsrate in den kommenden Jahren durchaus ansteigt.

Beteiligungen an Unternehmen lohnen sich
Aktien sind kein kompliziertes Finanzprodukt, sondern eine Anlage in Wirtschaftsunternehmen. Ein Aktionär ist am Unternehmenserfolg beteiligt und erhält in der Regel Dividende, also eine jährliche Gewinnausschüttung. Mehr als 30 Milliarden Euro schütten allein deutsche Unternehmen jedes Jahr aus. Die Ausschüttungen wirken wiederum wie ein Puffer gegen Kursschwankungen.

Die Zeit arbeitet für Anleger
Zugegebenermaßen geht es an den Börsen auf und ab. Über längere Zeiträume hinweg werden Verluste aber unwahrscheinlicher - deshalb ist eine langfristige Perspektive so wichtig. Ein Blick auf die letzten Jahrzehnte zeigt, dass ein Aktiendepot innerhalb eines Jahres über 60% Gewinn, aber auch bis zu 40% Verlust abwerfen kann. Bei einem Anlagehorizont von fünf Jahren sinkt das Verlustrisiko aber bereits auf ca. 10%, die Gewinnchancen liegen immer noch über 25%. Und bei einem zehnjährigen Anlagezeitraum ist die Verlustwahrscheinlichkeit nur noch minimal, das Gewinnpotential hingegen bei bis zu 18%. Je länger also der Anlagezeitraum ist, desto geringer sind die Ausschläge. Gleichzeitig steigt der Zinseszinseffekt - deshalb lohnt es sich, möglichst früh mit der Geldanlage zu beginnen.

Durchgehend investiert zu bleiben, zahlt sich aus
Anleger sollten sich nicht von Emotionen leiten lassen und bei Kursschwankungen Ruhe bewahren. Wer glaubt, cleverer zu sein als der Markt, um nur die „guten Zeiten“ zu erwischen, kann dies oft teuer bezahlen. Denn Kurseinbrüche sind schwer vorherzusagen, und nach einer Abwärtsphase folgt häufig ebenso unvermittelt ein steiler Kursanstieg. Wenn man diese wichtigen Tage verpasst, wirkt sich das auf die Gesamtrendite häufig negativer aus, als die gesamte Schwankung mitzumachen.

Risikostreuung ist wichtig
Für den Anlageerfolg ist eine Streuung über verschiedene Anlageformen entscheidend. Wer alles auf eine Karte setzt, setzt sein Erspartes dem Risiko größerer Schwankungen aus. Ein breit gestreutes Portfolio bietet dagegen unterschiedliche Ertragschancen und ist dabei weniger schwankungsanfällig.

Die Lebenserwartung nicht unterschätzen
Viele Sparer denken, dass sie zum Anlegen eigentlich schon zu alt sind. Doch die Lebenserwartung ist heute viel höher als die meisten glauben: von einem Paar wird ein Partner in neun von zehn Fällen 80 Jahre und bei der Hälfte sogar 90 Jahre alt. Um für diese verlängerte Lebenszeit vorzusorgen, ist die Ertragskraft des Kapitalmarkts also durchaus sinnvoll. Auch wer einen Teil seines Ersparten vererben möchte, sollte dies nicht durch die Inflation aufzehren lassen.


Unser Tipp:
Gerade für Neueinsteiger ist es hilfreich, einen Bezug zu haben zu den Unternehmen, in die man investiert. Hierzu eignen sich am besten internationale Markenunternehmen, die jeder kennt. Bei Dr. Lux & Präuner bieten wir genau eine solche, professionell gemanagte Aktienanlage: Unser Anlagekonzept STARKE MARKEN investiert in die Coca-Colas der Welt, also in namhafte Großunternehmen mit etablierten Geschäftskonzepten und regelmäßigen Dividendenausschüttungen.

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