Anlegerbrief Januar 2019

Börse aktuell: Jetzt hilft nur der Blick nach vorn

Sehr geehrter Anleger,

das letzte Börsenjahr war hart. Wir legen es zu den Akten und blicken im Zuge des freundlichen Jahresauftakts lieber positiv in die Zukunft.
Lesen Sie außerdem, wo die Bank-Gurus die Börse am Jahresende sehen und wie ein König seinen Guru-Status verliert.

Börse aktuell: Jetzt hilft nur der Blick nach vorn

Selten zuvor war es so schwierig wie in 2018, selbst mit einem diversifizierten Portfolio, eine positive Rendite zu erzielen. In praktisch keiner Anlageklasse war für Anleger aus Euro-Sicht wirklich Geld zu verdienen.

• Aktien:         Absturz auf Raten
• Zinsmärkte:  im Keller
• Gold:            ohne Glanz
• Ölpreis:        Höhenflug abverkauft
• Euro:            eher schwach

Dabei schienen vor zwölf Monaten die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Kapitalmarktjahr gegeben zu sein, schließlich stand die Weltwirtschaft Ende 2017 so gut da wie lange nicht mehr. Dennoch: 12 Monate später stehen viele Börsenindizes mit einer prozentual zweistelligen negativen Wertentwicklung da. Für die US-Börse war der Dezember 2018 sogar der schlechteste Dezember seit 1931! Im deutschen DAX haben sich die Kurse von der Deutschen Bank, Covestro und Continental ungefähr halbiert, die Verluste bei Daimler, FMC, ThyssenKrupp, BASF, Fresenius, Deutsche Lufthansa, Deutsche Post, Bayer und HeidelbergCement summierten sich auf 30-40%! Ein Trauerspiel.

Nach dem miserablen Börsenjahr 2018 hilft nur eines: die Vergangenheit abhaken und nach vorne schauen. Schließlich schadet es einem nur selbst, immer nur in den Rückspiegel zu blicken als durch die vordere Windschutzscheibe. Es verführt, bestimmte Wertpapiere zu lange zu halten, weil man sich nicht eingestehen will, dass man mit dem Kauf einen Fehler gemacht hat. Genauso gefährlich ist es aber, nach schlechten Erfahrungen frustriert den Blick ganz abzuwenden und den Zeitpunkt zum neuen Einstieg zu verpassen.

Theoretisch gesehen sind bei jedem Kauf Chancen auf Gewinn und Verlustrisiken gleich groß. Wenn man nun davon ausgeht, dass die Mehrheit der Anleger, die an der Börse investiert ist, insgesamt mehr weiß als jeder einzelne für sich, dann ist die Beschäftigung damit, sich bei Verlusten Vorwürfe zu machen oder sich bei Kursgewinnen besonders glücklich zu schätzen, weitgehend sinnlos. Es liegt in der Natur der Finanzmärkte, dass es in guten Börsenphasen viele Genies und in schlechten Zeiten viele Looser gibt.

Die Praxis ist noch etwas komplizierter als die Theorie. Tatsächlich führen Stimmungen und Herdentrieb oft zu irrationalen Kursbewegungen. Unvernünftig jedenfalls aus langfristiger Perspektive - denn sehr kurzfristig gesehen ist es keineswegs irrational, dem Trend zu folgen, so lange man dabei möglichst weit vorn in der Herde galoppiert. Algorithmen, die auf vielen Computern ähnlich einprogrammiert sind, verstärken dieses Phänomen unter Umständen noch, was aber nicht leicht nachzuweisen ist.

An der Börse haben sich die Investoren im letzten Jahr offensichtlich auf die Negativmeldungen eingeschossen. In der Tat haben sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie das Gewinnwachstum der Unternehmen verschlechtert. Darauf deuten beispielsweise auch der Ifo-Geschäftsklimaindex oder die Einkaufsmanagerindizes aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor hin. Über viele Probleme - Handelsstreit, Brexit, Italien - wird seit Monaten diskutiert; die Stimmung ist daher schlecht. Beim Blick nach vorn kann man sich aber auch fragen: Was soll noch kommen, was nicht schon längst in die Kurse eingeflossen ist? Sollten sich einige der Risiken in Wohlgefallen auflösen, könnten die Aktienmärkte auch stärker zulegen als erwartet. Vielleicht ist die Balance von Chancen und Risiken daher gar nicht so schlecht - und sind Kaufkurse nicht allzu weit entfernt.

Analysten-Prognosen für das kommende Börsenjahr

Analysten-Prognosen für das kommende Börsenjahr

DAX:    12.053 (10.559)
Rendite 10-jähriger Bundesanleihen:     0,72% (0,25%)
Euro/US-Dollar: 1,19 USD je EUR  (1,14)


Quelle: Handelsblatt;
angegeben ist jeweils der erwartete Jahresendstand als Durchschnittswert aus einer Umfrage bei Banken und Investmenthäusern; in Klammern der Stand Ende 2018

Sie wollen wissen, wie Sie das kommende Börsenjahr erfolgreich meistern!?
Wir nehmen Ihnen gerne die Arbeit ab. Fragen Sie uns:
www.LPVV.de

Börsengurus: Der Bond-König ist abgesetzt

Börsengurus: Der Bond-König ist abgesetzt

Bond-König, Anleihe-Legende, Guru – für den einst erfolgreichen Fondsmanager Bill Gross gab es viele Superlative. Der Gründer des Anleihenkonzerns PIMCO aus Kalifornien (USA), steht wie kaum ein anderer für einen fulminanten Aufstieg, dem ein dramatischer Absturz folgte. Gross hat sich und PIMCO mit geschickten, pointierten Wetten einen Namen gemacht. Auf dem Höhepunkt seines Ruhms im Frühjahr 2013 managte der heute 74-Jährige in seinem Flaggschiff-Fonds „Total Return“ knapp 300 Milliarden Dollar. Dann aber gingen seine Wetten zunehmend daneben, Anleger entzogen dem Fonds massiv Geld, Gross überwarf sich mit dem PIMCO-Management und musste schließlich – zumindest nach seiner Darstellung - gehen. Bei seinem neuen Arbeitgeber Janus Henderson hat sich der Ex-Guru nun erneut verspekuliert, offenbar wie damals mit US-Staatsanleihen. Wieder ging Anlegervertrauen verloren und die Investoren ziehen nach drastischem Verlust ihr Kapital von Gross ab.

So griffig viele Geschichten über Starmanager sind: Starruhm allein ist kein Fundament für erfolgreiches Anlegen. Selbst über das Können sagt es wenig aus. Unter Umständen hatte der „Guru“ einfach nur Glück. Wenn eine Anlagestrategie zu sehr von einer Person abhängt, kann das zum Problem werden: Schon manchen hat das glückliche Händchen verlassen, wenn sich die Marktbedingungen ändern. Und wenn bei einem bekannten Kopf die Strategie nicht ausreichend nachvollziehbar ist, wird es auch für Nachfolger schwierig. PIMCO hat jahrelang unter dem Gross-Malus gelitten, obwohl drei namhafte Fondslenker den Vorzeigefonds schnell wieder auf Kurs trimmten und passable Renditen erzielten.
Andere Investorenlegenden glänzen nicht vorrangig mit ihrem Namen, sondern stehen für eine klare Strategie. So sucht Börsen-Altmeister Warren Buffet zu Unrecht abgestrafte, billige Firmen nach dem sogenannten Value-Ansatz. Aufgrund seines Alters stellt sich bei Buffet dabei umso immanenter das Nachfolgethema, aber er hat vorgesorgt: mehrere Kandidaten stehen bereit, um den Stab zu übernehmen. Viel wichtiger aber: Da Buffets Prinzipien auch ohne seine Person funktionieren, sollten auch in Zukunft gute Renditen mit der Aktie seines Unternehmens Berkshire Hathaway möglich sein.

Unsere Einschätzung:
Professionelle Investoren legen häufig besonderes Augenmerk darauf, dass Anlageergebnisse nicht nur zufriedenstellend sind, sondern auch nachvollziehbar und wiederholbar sind. Konzepte, die von einer bestimmten Person abhängen, können gefährlich sein.
Bei Dr. Lux & Präuner setzen wir deshalb auf regelbasierte Anlagekonzepte: Bei unserem Einzelaktien-Konzept STARKE MARKEN und dem ETF-Konzept SOKRATES (MOAR) machen wir unsere Vorgehensweise im Wertpapiermanagement transparent. Individuelle Wetten und Prognosen spielen keine Rolle.

DISCLAIMER

Der Anlegerbrief ist eine unverbindliche Marketingmitteilung von Dr. Lux & Präuner, die sich ausschließlich an in Deutschland ansässige Empfänger richtet.

Die im Anlegerbrief wiedergegebenen Informationen stammen aus Quellen, die wir für zuverlässig halten, für deren Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität wir jedoch keine Gewähr oder Haftung übernehmen können. Soweit auf Basis solcher Informationen im Anlegerbrief Einschätzungen, Statements, Meinungen oder Prognosen abgegeben werden, handelt es sich jeweils lediglich um die persönliche und unverbindliche Auffassung der Verfasser des Anlegerbriefs. Fremdbeiträge geben nicht unbedingt die Meinung von Dr. Lux & Präuner wider. Die Bezugnahme auf einzelne Wertpapiere oder Finanzprodukte stellt keine (Kauf-)Empfehlung dar.

Die im Anlegerbrief genannten Kennzahlen und Entwicklungen der Vergangenheit sind keine verlässlichen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen, sodass sich insbesondere darauf gestützte Prognosen im Nachhinein als unzutreffend erweisen können. Der Anlegerbrief kann zudem naturgemäß die individuellen Anlagemöglichkeiten, -strategien und -ziele seiner Empfänger nicht berücksichtigen und enthält dementsprechend keine Aussagen darüber, wie sein Inhalt in Bezug auf die persönliche Situation des jeweiligen Empfängers zu würdigen ist. Soweit im Anlegerbrief Angaben über Fremdwährungen gemacht werden, ist bei der Würdigung solcher Angaben durch den Empfänger zudem stets auch das Wechselkursrisiko zu beachten.

Die Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG ist im Rahmen ihrer Vermögensverwaltung gegebenenfalls selbst in Wertpapiere investiert, auf die hier Bezug genommen wird. Alle Rechte vorbehalten.

Der Schutz und die Sicherheit Ihrer persönlichen Daten ist Dr. Lux & Präuner GmbH & Co. KG ein wichtiges Anliegen. Daher haben wir im Einklang mit der neuen EU-weiten Datenschutzverordnung zum Schutz personenbezogener Daten alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um Ihr Recht auf Datenschutz zu gewährleisten und verpflichten uns, bei der rechtmäßigen Datenverarbeitung zu respektieren.

Unsere Datenschutzrichtlinie können Sie auf unserer Website einsehen. Der Anlegerbrief erscheint monatlich. Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr erhalten möchten, können Sie ihn hier abbestellen