Psychologie und der Kapitalmarkt

Zwei Welten, die sich stark beeinflussen.

Prof. Dr. Kahneman

Für die meisten Menschen gilt die Welt der Finanzen als rational und etwas für kühle Rechner. Wenn man sich jedoch die Geschichte der Börsen ansieht, dann wird man eines Besseren belehrt.

Den rational handelnden Homo oeconomicus gibt es eigentlich nicht, sonst gäbe es keine Börsencrashs und keine Blasen. Der Mensch lässt sich eher von seinen Emotionen leiten, als durch rationale Analysen und Unternehmensbewertungen:

Verlustaversion

Die Verlustaversion ist ein Bestandteil der Prospect Theory, die 1979 von Prof. D. Kahneman und Tversky aufgestellt wurde, welche besagt, dass sich Menschen in Entscheidungssituationen irrational verhalten, wenn Unsicherheiten damit verbunden sind. Sie widerlegen somit den Homo oeconomicus, der angeblich rein nutzenmaximierend und rational handelt.

Eine Verlustaversion bedeutet, dass Menschen einen Verlust wesentlich stärker spüren, als einen Gewinn. Ein Anleger leidet somit bei einem Kursrückgang von 100€ wesentlich intensiver, als er sich über einen Kursanstieg von 100€ freut.

Das führt leider dazu, dass viele Anleger lieber an schlecht laufenden Investments festzuhalten, anstatt zu verkaufen und in ein gewinnträchtigeres Investment zu investieren, wo ein Gewinn zu erwarten ist.

Psychologische Fallen am Kapitalmarkt

Neben der Verlustaversion gibt es noch viele weitere psychologische Fallen, mit denen sich der Anleger auseinandersetzen muss.

Der Anleger trachtet nach dem kurzfristigen Gewinn!

Herdentrieb als psychologische Falle im Kapitalmarkt

Gier und Angst sind die schlechteste Ratgeber an den Finanzmärkten. Die Geldanlage sollte strategisch betrieben werden. Nur ein langer Zeitraum von mindestens 10 Jahren sorgt dafür, dass z.B. Aktien mit ihren großen Kursauschlägen nicht nur riskant sind, sondern vor allem auch rentieren.

Wer Geld nicht langfristig anlegen kann, kann es sich nicht leisten, in Anlagen mit großen Kursausschlägen zu investieren. Hingegen spielen für den, der langfristig anlegt, die kurzfristigen Ausschläge eine untergeordnete Rolle.

Der Anleger investiert nicht strategisch!

Beeinflussbarkeit als psychologische Falle am Kapitalmarkt

Die meisten Leute sparen auf irgendeine Art und Weise. Die Einen bewusst, die Anderen eher unbewusst. Falls Sie jedoch beabsichtigen Geld auf die Seite legen, sollten Sie dies immer ganz bewusst tun.

Planen Sie genau was Sie mit welchem Geld tun möchten. Mit der Zeit entwickelt sich dabei aus einem Sparplan ein Investitionsplan. Denn, über längere Zeit brachliegendes Geld bedeutet verpasste Chancen.

Der Anleger ist nicht diszipliniert!

Psychologische Fallen am Kapitalmarkt

Verfolgen Sie mit Ihrem Vermögen nicht irgendwelche Anlageträume. Es gibt zu viele Scharlatane auf dieser Welt, die mit der Habgier anderer reich geworden sind. Bestimmen Sie selbst oder zusammen mit Ihrem Berater Ihren Anlagehorizont und definieren Sie anschließend eine für Sie nachvollziehbare Strategie!

Seien Sie nach der Investition diszipliniert und wechseln Sie nicht pausenlos ihre Strategie! Noch einmal: Gier und Angst sind die schlechtesten aller Ratgeber - Disziplin hingegen der Beste.

Wie vermeidet man psychologische Fallen?

Gute Vorsätze, ab sofort nur rational zu handeln, helfen leider nicht weiter. Man verfällt immer wieder in die gleichen Muster. Das haben uns mehr als 25 Jahre Börsenerfahrung gelehrt.

Wir investieren aus diesem Grund rein regelbasiert. Das bedeutet, dass wir emotionalen Entscheidungen oder Prognosen keine Chance geben, indem wir nach einem vorher fest definierten Regelsystem investieren. Diese Regeln betreffen z.B. entweder die Auswahl der Wertpapiere, den Zeitpunkt des Investments oder die Diversifikation. Dieses System bringt nachweislich langfristig höhere Renditen.