Anlegerbrief Mai 2018

Börse aktuell: Eigenleben im DAX oder nur Fake News?

Sehr geehrter Anleger,

Von den Belastungen aus den USA scheinbar unberührt, legt der deutsche Aktienmarkt zurzeit ein gewisses Eigenleben an den Tag. Der Dow Jones tendiert nach unten – der DAX nach oben. Das gibt es selten. In der zweiten Jahreshälfte 2017 hinkte der DAX seinem amerikanischen Pendant sogar deutlich hinterher. Offensichtlich haben aber einige internationale Investoren ihre Gelder nach Europa umgeleitet. Wenn das nicht zum Bumerang wird, denn auch wenn sich die Europäer bei Trump von einer Schonfrist zur nächsten im Thema Handelsstreit retten, erwartet niemand ernsthaft, dass Trump´s Unruhezustand zum Stillstand kommt.

Börse aktuell: Eigenleben im DAX oder nur Fake News?

Zumindest kurzfristig profitiert die USA aber erheblich von dem neuen Politikstil: Sogar das US-Handelsdefizit im März schrumpfte nun um stolze 15% bzw. 9 Mrd. USD. Doch selbst die Börsianer sind mittlerweile in das Skeptiker-Lager gewechselt. Viele Ankündigungen und Drohungen haben sich dann doch zu sehr als Luftnummer herausgestellt. Entsprechend wankelmütig geben sich mittlerweile die Aktienkurse in den USA. Ein wirklicher Trend liegt nicht mehr vor.

Denn die Realität liegt woanders: in steigenden Zinsen. Der Zinserhöhungsfahrplan der amerikanischen Zentralbank FED gibt den Ton an. Im April hat die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihe erstmals seit fast 5 Jahren wieder die 3%-Marke übersprungen. Die Notenbankzinsen liegen eigentlich sehr viel niedriger, aber Psychologie treibt den Markt. Das birgt Gefahr für den Aktienmarkt, denn Anleihen werden damit wieder attraktiver im Verhältnis zum schwankenden Aktienmarkt. Die „Goldilocks“-Zeiten der letzten Monate - eine Phase optimaler Balance zwischen hoher Beschäftigung und wenig Inflationsdruck - endet womöglich bald. Schon jetzt wird unter amerikanischen Notenbankern diskutiert, der Inflationsrate mehr Spielraum nach oben zu lassen. Das würde den Zinsdruck längerfristig eher noch erhöhen.

Druck gibt es auch aus dem Technologiesektor: Der Daten-Skandal bei Facebook hat dazu beigetragen, dass Anleger ihr Vertrauen in Technologiewerte hinterfragen. Im Fokus stehen hier vor allem Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell auf der Verwendung von Nutzerdaten stützen, wie z.B. Google. Auch bei Unternehmen, bei denen die auf Hoffnungswerten beruhende Marktkapitalisierung im unwuchtigen Verhältnis zu den tatsächlichen Unternehmenskennzahlen stehen, werden die Aktionäre vorsichtiger. Der Elektroauto-Hersteller Tesla ist so ein Kandidat. Absurderweise hat sich der Unternehmenschef Elon Musk sogar noch erdreistet, sein Unternehmen als Aprilscherz für pleite zu erklären. Die allgemeine Aufmerksamkeit war ihm sicher, aber hier trifft Vision auf Wahnsinn.

L&P goes digital: jetzt vormerken lassen

L&P goes digital: jetzt vormerken lassen

Wie bereits im letzten Anlegerbrief angekündigt, sind wir in den letzten Zügen, unsere Vermögensverwaltung zukünftig auch digitalisiert und online zugänglich zu machen.

In Anlehnung an unser regelbasiertes Anlagekonzept STARKE MARKEN wird es vier Strategien mit unterschiedlichem Aktienanteil geben, die ganz bequem vom heimischen Sofa aus mit Laptop oder Handy abgeschlossen werden können. Die Mindestanlage beträgt 30 TEUR. Die Hinführung zu der auf den jeweiligen Kunden passenden Strategie erfolgt über einen Fragenkatalog. Das Depot kann dann sofort online eröffnet werden. Ein extra Beratertermin ist nicht notwendig. Auch die Identifizierung des Kunden anhand seiner Ausweisdaten erfolgt online.

Angelegt wird nicht nur in die bei vielen Online-Angeboten verbreiteten Indexfonds (ETFs), sondern vor allem auch in Einzelaktien. Das gibt dem Depot nochmals mehr Dynamik in Aufschwungsphasen. Zusätzlich profitieren Kunden direkt von den Dividendenzuflüssen. In Abwärtsphasen des Marktes hingegen sorgt ein Absicherungsmechanismus dafür, dass das investierte Kapital möglichst erhalten bleibt. Die aktuelle Depotentwicklung kann jederzeit online abgerufen werden. Zusätzlich erhält jeder Kunde ein regelmäßiges Reporting.

In der Einführungsphase unseres Online-Angebots wird es ein sogenanntes „Family- & Friends“-Programm geben: Für alle Interessenten, die sich bis Ende Mai bei uns melden und bis Ende Juni investieren, entfallen bis Jahresende die Depotmanagement-Kosten in der Online-Vermögensverwaltung!

Deshalb: Melden Sie sich am besten jetzt gleich per Mail an.

Wir geben Ihnen dann Bescheid, sobald es losgeht.

Aktien USA: Die Techaktien-Falle

Aktien USA: Die Techaktien-Falle

Die internationale Finanzwelt spricht von einer inzwischen neun Jahren anhaltenden Aktien-Hausse und damit eine der längsten Aufwärtsbewegung in der Börsen-Geschichte. Der Grund ist aber nicht, weil sich die Märkte gegenseitig nach oben gepusht hätten, der Hauptverdienst gilt der Wall Street. Hier wird das meiste Geld umgesetzt. Der weltweit wichtigste Börsenindex, der S&P mit den 500 größten amerikanischen Unternehmen, schaffte auf Sicht eines Jahres 10% und in den vergangenen drei Jahren sogar 24%, und das sogar ohne jährliche Dividenden, die nicht in den Index eingerechnet werden. Auch wenn für Euro-Anleger aufgrund der Euro-Aufwertung weniger hängengeblieben ist, entwickelten sich die amerikanischen Aktien summa summarum deutlich besser als zum Beispiel der deutsche Aktienindex DAX. Und das, obwohl die US-Werte nach allen Bewertungskriterien teurer sind als die deutschen Titel.

Wer nach den Gründen sucht, stößt auf die Aktien von fünf Technologiefirmen. Sie haben in den vergangenen zwölf Monaten ihren Börsenwert um 1 Billion auf 3,5 Billionen Dollar gesteigert. Das entspricht mehr als dem doppelten Wert aller 30 DAX-Konzerne. In nur einem Jahr schafften Alphabet (Google), Apple und Facebook gut 20%, Microsoft 40% und Amazon gar 60% Kurszuwachs. Diese nach Börsenwert fünf größten Unternehmen der Welt stehen inzwischen für 15% des Börsengewichts aller 500 größten US-Konzerne. Mit ihrer Größe treiben Sie jetzt - und in der Zukunft - maßgeblich den weltweit wichtigsten Börsenindex. Selbst Anleger, die gar nicht speziell auf Technologie-Aktien, sondern auf den breiten S&P-Börsen-Index setzen wollen, machen sich stark abhängig vom Wohl und Wehe dieser fünf Highflyer.

Diese Abhängigkeit hat weitreichende Konsequenzen. Verlieren Anleger das Vertrauen in Amazon und Co., droht nicht nur den fünf Technologieunternehmen der Absturz, sondern abgeschwächt dem gesamten Index – und damit auch vielen anderen Börsen, allen voran der deutschen. Der DAX folgte in der Vergangenheit stets besonders stark dem Auf und Ab an der Wall Street. Denn mehr als die Hälfte aller Aktien im DAX wird letztlich von ausländischen Investoren gehalten, die eher einen globalen Blickwinkel haben als speziell einen auf Deutschland oder den EU-Binnenmarkt.

Ein Vorgeschmack auf ein drohendes Börsenbeben, wenn nur eine der fünf Technologiefirmen wackelt, bekamen Anleger mit dem Datenskandal bei Facebook. Weil die britische Softwarefirma Cambridge Analytica unrechtmäßig die Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern abgriff, um sie im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf zu benutzen, verlor Facebook viel an Vertrauen. Der Kurs brach innerhalb von nur sieben Handelstagen um 20% ein, und mit ihm sanken auch die Kurse vieler anderer Technologiefirmen. Denn die Anleger fürchten nun stärkere Regulierung auch bei Unternehmen wie Google und Amazon, die genauso wie Facebook millionenfach persönliche Daten sammeln und damit Geschäfte machen.

Das wohl größte negative Vorbild für Kettenreaktionen an der Börse liefert die geplatzte Dotcom-Blase. Kurz nach der Jahrtausendwende waren die Aktienmärkte weltweit abgestürzt, weil Anleger das Vertrauen in Technologie-Aktien verloren hatten. Zwar hinkt der Vergleich etwas, weil damals die gehypten Internet-, Medien-, und Telekom-Firmen nur wenig oder gar kein Geld verdienten. Doch ganz abwegig ist der Vergleich nicht.

Die Kurse der heutigen Börsenstars legten in den vergangenen Jahren sehr viel schneller zu, als die Unternehmen ihre Gewinne steigern konnten. Das macht Facebook, Google und Microsoft, gemessen an ihren Erträgen, inzwischen sehr teuer, Amazon ist vollkommen überteuert. Einzig Apple ist mit seinem 48-Milliarden-Dollar-Gewinn im abgelaufenen Jahr fast über alle Bewertungszweifel erhaben.

Unsere Einschätzung:

Beide Entwicklungen - die rasant gestiegenen Aktienkurse der fünf großen US-Technologiefirmen, vor allem aber der Vertrauensverlust um Facebook - mahnen zur Vorsicht. Dem DAX mögen, abgesehen von SAP, namhafte Technologieunternehmen zwar fehlen, aber Daimler, Henkel, Siemens und Co. werden sich einem von Amerika ausgehenden Vertrauens- und Kursverlust mittelfristig nicht entziehen können.

Unser Warren Buffet Zitat des Monats

„Der Markt ist wie der liebe Gott: Er hilft denen, die sich selbst helfen. Aber im Gegensatz zum lieben Gott vergibt er denen nicht, die nicht wissen, was sie tun. Versuchen sie daher gar nicht den Markt zu timen!“

Zitat Warren Buffet

Das bringt Buffett zu einer seiner wichtigsten Erkenntnisse: Es ist unmöglich und nicht nötig, den Aktienmarkt zu timen. Anleger sollten gar nicht erst versuchen, den richtigen Ausstiegszeitpunkt zu finden, sondern lieber das langfristig exponentielle Wachstum des Aktienmarktes für sich arbeiten lassen.

Wie stark Anleger von einem langfristigen Anlagehorizont profitieren können, wenn sie in produktive Vermögenswerte wie Unternehmensaktien investieren, macht Buffett an einem einfachen Beispiel klar: Hätte ein Anleger am 11. März 1942 einen Betrag von 10.000 Dollar in einen langweiligen Korb von amerikanischen Aktien mit einem Querschnitt investiert, hätte sich das Geld bis heute in den unglaublichen Betrag von 51 Millionen Dollar verwandelt. Das Rentenproblem wäre für jeden jungen Mann bzw. Frau gelöst gewesen!!!

AKTIE AKTUELL: Novo Nordisk A/S

Novo Nordisk A/S produziert und vermarktet pharmazeutische Produkte und Dienstleistungen. Seit der Gründung in Dänemark im Jahr 1923 hat sich das Unternehmen zu einem Weltmarktführer im Sektor Diabetes-Pharmazie entwickelt. In diesem Bereich hat das Unternehmen auch die breiteste Produktpalette der gesamten Industrie. Auch in den Bereichen Blutgerinnungsmedikamente, Wachstumshormontherapie und Hormonersatztherapie ist das Unternehmen vertreten. Novo Nordisk beschäftigt ca. 42.000 Mitarbeiter weltweit, dabei macht der Konzern einen Umsatz von mehr als 110 Mrd. DKK und einen Gewinn von 49 Mrd. DKK und damit ist es in seinem Bereich absoluter Weltmarktführer. Alle A-Aktien der Novo Nordisk A/S gehören seit dem 31. Dezember 1999 der Novo Holdings A/S, die wiederum Eigentum der Novo-Nordisk-Stiftung ist; diese wiederum ist eine gemeinnützige Stiftung, deren Ziel es ist, eine stabile Basis für die Unternehmen der Novo-Gruppe zur Verfügung zu stellen, sowie sich am wissenschaftlichen, humanitären und sozialen Fortschritt zu beteiligen. Die A-Aktien repräsentieren 25,5 % des gesamten Stammkapitals und 68,5 % der Stimmen. Dies bedeutet, dass die Novo Holdings A/S auf der Hauptversammlung immer die Stimmenmehrheit hat. Die Geschäftszahlen von Novo Nordisk sind jedoch sehr erstaunlich:

1) Eine Eigenkapitalrendite von mehr als 30%
2) Eine sehr geringe Verschuldung. Die langfristigen Schulden können durch Gewinne bereits nach drei Jahren vollständig zurückbezahlt werden. Ergo eine sehr hohe Eigenkapitalquote
3) Eine permanente Gewinnakkumulation und damit Steigerung der Gewinnrücklagen
4) Sehr hohe Bruttogewinnmarge von weit mehr als 40%, welche nur wenige Unternehmen auf dieser Welt vorzeigen können
5) Und daher mit 146% sehr hohen Return of Capital.

Mit einer derzeitigen Dividendenrendite von über 2,5%, die seit über 25 Jahren regelmäßig ausbezahlt wurde, ist Novo Nordisk mit einem derzeitigen KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 18 zudem auf dem derzeitigen Niveau ein richtiges Schnäppchen für einen Weltmarkführer. Und mit einer Performance (Wertsteigerung plus Dividenden) von fast 29.500% konnte man auch eine Anlage mit Währungsrisiko Dänische Kronen locker eingehen.

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