Anlegerbrief Dezember 2020

Börse aktuell: Corona als Kursbeschleuniger

Sehr geehrter Anleger,

die Börse folgt ihrer eigenen Logik: die Kurse steigen nicht trotz, sondern wegen Corona!
Lesen Sie außerdem, wie Sie sich Ihr Weihnachtsfest vergolden.

 

Börse aktuell: Corona als Kursbeschleuniger

Ein bewegtes Börsenjahr liegt hinter uns. Wie so oft kam es anders als gedacht: Niemand hatte zu Jahresanfang so recht eine stärkere Ausbreitung von Corona oder gar den Börsenabsturz im März auf dem Schirm, geschweige denn, dass sich die Kurse trotz Corona wieder so stark erholen würden.
Wie aber passen Corona und steigende Kurse an den Börsen zusammen? Wer seit März auf Aktien setzte, schien aus Sicht vieler Skeptiker nicht sehen zu wollen, was so offensichtlich ist: Corona und die damit verbundenen Lockdowns in weiten Teilen der Industriestaaten schwächen natürlich die Weltwirtschaft und drücken damit die Unternehmensgewinne. Diese sind wiederum langfristig der wichtigste Treiber für Aktien, weil es ohne Gewinne keine Erträge und Dividenden gibt, und eine börsennotierte Firma so keine Perspektive bietet. Insofern schienen doch eher weiter sinkende und nicht etwa steigende Kurse angebracht.

Zunächst griffen nur ein paar Mutige ins fallende Messer, denn der Börsenabsturz ging doch sehr schnell sehr weit. Auch wurde bald klar, dass es auch Gewinner aus den Lockdowns gibt. Alles was online war und mit Digitalisierung zu tun hatte, schien fein raus. Im Laufe des Jahres verbreiterte sich dann aber die Kurserholung, und die Kurse stiegen trotz fallender Unternehmensgewinne. Die Begründung für das Phänomen war absehbar: Sobald die ersten positiven Impfstoffmeldungen vorliegen würden, könnte sich die klassische Ökonomie, allen voran auslandsstarke und konjunkturempfindliche Industriekonzerne sowie besonders betroffene Branchen wie Handel, Verkehr und Tourismus stark erholen. Genau das war dann auch im November der Fall. Obwohl die aktuell zweite Viruswelle Europa noch stärker im Griff hat als die erste, obwohl die Infektions- und Krankheitszahlen neue Rekordstände erreichen, herrscht an der Börse die Überzeugung vor, dass die Wirtschaft nach Corona durchstarten wird – egal, ob es noch zwei, vier oder sechs Monate dauert, bis Massenimpfungen die Pandemie wirkungsvoll eindämmen.
Aus Sicht der Börse, die nicht die Vergangenheit und die triste Gegenwart beurteilt, sondern stets auf die Zukunft spekuliert, ist Corona Geschichte – egal wie viele Nachwellen da noch kommen. Darauf setzen Anleger jetzt, um nicht zu spät Aktien von Unternehmen zu kaufen, die von einer anspringenden Weltwirtschaft 2021 und 2022 mit steigenden Konzerngewinnen profitieren werden.

Am Ende bleibt es für Anleger eine Wette mit zwei starken Kaufargumenten: Die Kurse steigen, weil es für Erspartes auf dem Konto sowie für Zinsanlagen eben keine Zinsen gibt. Sie steigen, weil sich die Perspektiven für anwachsende Unternehmensgewinne immer weiter aufhellen – nicht trotz, sondern wegen Corona. Die Pandemie hat die Ausgangsbasis dafür aufgrund der kräftigen Nachfrage-, Auftrags- und Ertragseinbrüche in diesem Jahr erheblich verbessert. Insofern erweist sich Corona jetzt sogar als Beschleuniger für steigende Kurse.
2020 findet damit einen versöhnlichen Abschluss, auch wenn die aktuelle Situation an unseren Nerven zerrt. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels. Bis dahin: Frohe Weihnachten und bleiben Sie gesund!

Gold (I): Goldene Weihnachten

Gold zu Weihnachten schenken

Barren und Münzen aus Edelmetall sind ein beliebtes Geschenk zu Weihnachten. Vor allem der Onlinehandel boomt. Werbebotschaften im Internet wie „Glänzende Weihnachtsgeschenke aus Gold für Ihre Liebsten“ stoßen bei so manchem Deutschen auf offene Ohren. Mit dem Weihnachtsgeschäft steht jetzt eine verkaufsstarke Zeit für das Edelmetall an. Traditionell wird an Weihnachten recht viel Gold verschenkt. Das gelbe Metall ist als langfristig werthaltiges Geschenk oder als Ersatz für Bargeld beliebt. Für viele ist Gold wie eine bleibende Erinnerung, ein Notgroschen und nicht so anonym wie ein Geldgeschenk. Bei Goldhändlern ist der Umsatz im Dezember daher üblicherweise doppelt so hoch wie in den Monaten davor.

Die jüngste Korrektur des Goldpreises hat die deutschen Privatanleger bislang jedenfalls nicht verschreckt. Neun von zehn Kunden sind aktuell Käufer, hört man aus der Branche. Inzwischen hat sich der Goldpreis auch wieder etwas stabilisiert. Nachdem er zum Monatswechsel auf 1765 Dollar gefallen war, notiert er aktuell wieder gut 100 Dollar höher.

Das Marktumfeld bleibt nach Ansicht vieler Experten günstig, denn die Edelmetalle profieren vom allgemeinen Anlagenotstand für konservative Anleger. Wem Immobilien zu teuer geworden sind und Geld nicht einfach auf der Bank rumliegen lassen will, kauft lieber Gold. Aufgrund des Nullzinsumfelds bleiben die Opportunitätskosten für Gold niedrig. Insofern stehen die Chancen gut, dass Anleger und Beschenkte auch über den Weihnachtstag hinaus Freude an ihrem Goldkauf haben werden.

Wer Gold verschenken will, sollte sich allerdings mit den Eigenheiten des Marktes und des Goldkaufs vertraut machen. Besonders Online-Gold-Angebote bergen auch einige Risiken. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten:

Barren oder Münzen – wo gibt es das meiste Gold fürs Geld?
Generell gilt: Barren sind bei gleichem Gewicht immer günstiger als Münzen. Da Münzen auch einen Nominalwert in einer Währung haben, fallen bei der Herstellung Lizenzgebühren an. Diese muss der Produzent, oft ein privat geführtes Unternehmen, an die Zentralbank oder das Finanzministerium des Landes abführen, dessen Währung die Münze trägt. Da Goldbarren keine gesetzlichen Zahlungsmittel sind, fallen diese Gebühren weg.
Bei einem Geschenk zählt natürlich auch das Aussehen, daher sind Münzen mit ihren unterschiedlichen Motiven beliebt. Es gibt aber auch Goldbarren, die als Geschenk etwas hermachen, z.B. verziert mit chinesischen Tierkreiszeichen oder Glückssymbolen.

Was muss ich beim Online-Goldkauf beachten?
In der Corona-Krise kaufen viele Menschen verstärkt im Internet ein – der Edelmetallmarkt macht da keine Ausnahme. Generell gilt, dass Anleger Gold ausschließlich in den Onlineshops bekannter Goldhändler kaufen sollten. Amazon oder Ebay sind für den Goldkauf ungeeignet. Denn die großen Plattformen verlangen von den Händlern Gebühren, die sich am Umsatz bemessen und bei den geringen Margen im Edelmetallhandel unwirtschaftlich sind.
Ein guter erster Anlaufpunkt sind Vergleichsportale, die An- und Verkaufspreise verschiedener Händler übersichtlich auflisten. Auch hier gilt: Echte Schnäppchen gibt es nicht. Bei sehr günstigen Angeboten von kleinen Händlern sollten Anleger vielmehr vorsichtig sein. Manchmal steckt Second-Hand-Ware dahinter oder lange Lieferzeiten. Ein Händler sollte innerhalb von maximal zwei bis drei Tagen nach Geldeingang lieferfähig sein. Längere Lieferzeiten sind hingegen ein Indiz, dass der Händler über keinen eigenen Bestand verfügt und eher kapitalschwach ist. Von solchen Händlern ist eher abzuraten. Schließlich gehen Online-Goldkäufe in fast allen Fällen über Vorkasse.

Ab wann lohnen sich Goldgeschenke auch wirtschaftlich?
Pauschal gesagt: Ein Investment beginnt ab einer Unze. Natürlich kann und möchte nicht jeder mehr als 1500 Euro für ein einzelnes Weihnachtsgeschenk ausgeben. Daher sind auch Barren zwischen einem und zehn Gramm oder Viertel-Unzen-Münzen beliebt. Allerdings sollten Goldkäufer wissen, dass mit geringem Gewicht die Prägekosten im Vergleich zum Materialwert sehr hoch sind. In diesem Fall zahlt der Schenkende für Barren und Münzen mehr als der Beschenkte als Gegenwert erhält. Wer also nur 50 oder 100 Euro verschenken möchte, sollte womöglich doch besser Bargeld wählen – der Beschenkte hat schlicht mehr davon. Von scheinbar günstigeren Medaillen ohne Nennwert ist abzuraten: Die sind zum Teil aus minderwertigen Legierungen, haben fast immer massive Aufgelder und kosten noch dazu Mehrwertsteuer. Sie sind also weder als Investment noch als Geschenk geeignet.

Wo lassen sich Goldgeschenke am besten zu Geld machen?
Münzen oder Barren können Anleger in vielen Bankfilialen oder in den Niederlassungen der bankunabhängigen Goldhändler verkaufen. Immer mehr Händler bieten auch an, dass Goldbesitzer ihr Edelmetall einschicken und ihr Geld direkt aufs Konto erhalten. Als Überblick, wer im Ankauf am meisten für einen Krügerrand oder einen Zehn-Gramm-Barren zahlt, eignen sich ebenfalls wieder Online-Vergleichsportale. Dass sich die Ankaufspreise für bestimmte Münzen je nach Händler unterscheiden, liegt an Angebot und Nachfrage für Krügerrand und Co. bei den jeweiligen Händlern.
Ein Streitpunkt zwischen Händler und Kunde sind immer wieder auch Kratzer oder Verunreinigungen. Wenn Münzen oder Barren verkratzt oder beschädigt sind und auch nicht mehr als Second-Hand-Ware durchgehen, müssen sie eingeschmolzen werden. Dann gibt es nur noch den Schmelzwert, der mehrere Prozentpunkte unter dem eigentlichen Ankaufswert liegt.

Gold (II): Klassisch oder Exotisch

Krügerrand und andere Goldmünzen

Welche Alternativen zum Krügerrand gibt es?
Die Anlegermünze aus Südafrika ist noch immer der unangefochtene Marktführer in Deutschland. Daneben kaufen die Deutschen verstärkt den kanadischen Maple Leaf und den Wiener Philharmoniker der Münze Österreich.
Alle drei Münzen kosten aktuell das Gleiche: rund 1600 Euro. Manchmal gibt es jedoch leichte Preisunterschiede, etwa wenn der Krügerrand nur eingeschränkt lieferbar ist. Dann wählt man einfach das günstigste Produkt. Etwas ausgefallener sind der China Panda oder das australische Känguru.

Was sind die Nachteile exotischer Investment-Münzen?
Sie sind teurer als der Krügerrand, der Aufpreis beträgt rund zwei bis drei Prozent. Hinzu kommt, dass möglicherweise nicht alle Händler jede Münze zum Ankaufspreis zurücknehmen, sondern nur den Schmelzwert zahlen. Wer beispielsweise eine weniger verbreitete Münze in eine kleinere Sparkassenfiliale bringt, muss damit rechnen, dass er sie dort nur mit einem Abschlag los wird. Bei einer bekannteren Anlagemünze ist man flexibler, wenn man sie wieder verkaufen will. Die Händler, bei denen die exotische Münze gekauft wurde, nehmen sie aber in der Regel auch zu einem fairen Preis wieder zurück.

Wo werde ich Goldschmuck los, der mir nicht mehr gefällt?
Wer alten Goldschmuck zu Geld machen will, kann zum Edelmetallhändler oder zum Juwelier gehen. Beim Altgoldrecycling ist der Markt sogar noch etwas unübersichtlicher als beim Münzankauf. Beim Juwelier besteht immerhin noch die Chance, dass er den Schmuck wiederverkaufen kann – vor allem, wenn es Stücke von bekannten Marken wie Cartier oder Bulgari sind. In den allermeisten Fällen landet das Altgold in der Schmelze. Das bedeutet: Weder das Design wird bezahlt noch die Marke. Das kann zu unangenehmen Überraschungen führen, wenn das 4000-Euro-Collier plötzlich nur noch 2000 Euro bringt.
Wichtig ist auch, dass Anleger auf die Transparenz des Ankaufsprozesses achten. Der Schmuck sollte vor den Augen des Kunden gewogen werden. Zudem sollten sich Anleger im Vorfeld über den aktuellen Goldpreis informieren. Wenn der Händler oder Juwelier dann 20 oder 30 Prozent unter Marktpreis anbietet, darf man schon fragen, wie das zustande kommt. Bei Schmucklegierungen oder Dentalgold bietet sich mitunter auch eine Mehrstoffanalyse an, um z.B. Platin- oder Palladiumanteile zu erfassen und im Ankauf vergüten zu lassen.

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